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Marginalia

Der Mond und seine künstlichen Varianten

Als ich vor einiger Zeit am Bahnsteig angesichts des strahlenden Vollmonds (siehe Foto) mit einem netten in ein Gespräch geriet, ließ er erkennen, dass er wie viele andere Menschen auch glaubte, die Mondphasen kämen durch den Erdschatten zustande. Nun hätte ich mir keine bessere Situation vorstellen können als die gegebene: Die Bahnschilder wurden frontal von der gerade aufgegangenen Sonne angestrahlt und reflektierten das Licht diffus in unsere Augen. (Dass dies so deutlich war mag möglicherweise auch noch damit zusammenhängen, dass einige der Schilder mit einer retroreflektierenden Schicht versehen waren.) Dem der Sonne ebenfalls gegenüberstehenden Mond ging es nicht anders. Da er frontal angestrahlt wurde, war er voll zu sehen.

Als wir kurz danach bereits im Zug saßen, war es nicht schwierig, dass mein neuer Bekannter auch ohne Sonne und Mond vor Augen sich leicht vorstellen konnte, dass der Mond nur halb zu sehen wäre, wenn er um 90° verschoben an der Seite gestanden hätte.

Auf dem Foto ist außerdem zu erkennen, dass Dämmerungserscheinungen nicht nur am Himmel der untergehenden oder aufgehenden Sonne zu sehen ist, sondern – wenn auch meist nicht so brillant – auch am gegenüberliegenden Himmel. Man spricht dann von Gegendämmerung. Sie kommt dadurch zustande, dass die Luftteilchen (Aerosole u.ä.)  das Sonnenlicht nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts streuen.

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  1. Pingback: Im Jahr des Lichts (10) – Der Mond geht mit | Die Welt physikalisch gesehen - 13. Juni 2015

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