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Marginalia

Vor uns das Labyrinth

LabyrinthDie Erwartung, dass GPS-gestützte Navigationsgeräte den Labyrinthen den Garaus machen, hat sich nicht erfüllt. Indem wir glauben, auf den Überblick und Orientierungsanstrengungen verzichten zu können, verwandeln nicht selten die Navis eine fremde Stadt in ein Labyrinth. Und wie oft legen die Menschen verbal Labyrinthe zwischen sich und ihren Mitmenschen.
Die neuzeitlichen Naturwissenschaften sahen sich von Anfang an, einem Labyrinth gegenüber. So sagt Francis Bacon (1561-1626), auch Baco von Verulam genannt, in seinem Neuen Organon: „Der Bau des Weltalls aber erscheint seiner Struktur nach dem Menschengeist, der es betrachtet, wie ein Labyrinth,wo überall unsichere Wege, täuschende Ähnlichkeiten zw. Dingen und Merkmalen, krumme und verwickelte Windungen und Verschlingungen der Eigenschaften sich zeigen….Die Spuren müssen an einem Faden festgehalten werden: Jeder Schritt muß von der ersten sinnlichen Wahrnehmung an in fester Weise gesichert sein“. Aber dieser Ariadnefaden scheint bis heute nicht gefunden zu sein, auch nicht durch Higgs. Man kann nur Georg Christoph Lichtenberg beipflichten, der die Situation folgendermaßen auf den Punkt bringt:
„Aber leider! Leider! liegt alles in einem Labyrinth, wozu Baco den Faden gesucht aber nicht gefunden hat, und der Mensch muß noch jetzt, wie vor Jahrtausenden, die größten Dinge so erfinden, wie die Schweine die Salzquellen und Gesundbrunnen“.

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