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Marginalia

Flug nach Anchorage

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Der Weg ist das Ziel. Von einem neunstündigen Nonstopflug kann man sich das aber nur schwer vorstellen. Und dennoch war der Flug von Frankfurt von Anchorage (Alaska) für mich ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte. Ich hatte mir vorher nicht überlegt, wie man nach Anchorage kommt und war davon ausgegangen, dass man wohl in Richtung Nordwesten über die USA und Kanada fliegen müsste. Stattdessen flogen wir fast genau nach Norden: Dänemark, Norwegen und dann über das Nordpolarmeer mit seinen riesigen Packeisfeldern. Wir schrammten südlich am Nordpol vorbei und weiter ging es über das Eismeer bis wir schließlich Alaska erreichten. Das Flugzeug flog auf der kürzesten Verbindung zwischen Frankfurt und Anchorage und das ist ein Großkreis auf der Erdkugel. Spannt man auf einem Globus einen Faden straff zwischen den beiden Orten, so wird er automatisch diese Verbindung einnehmen. Jede Abweichung davon wäre nur mit einem längeren Faden darstellbar.

Nach längerem Flug über einer dichten Wolkendecke brach diese schließlich auf und gab den Blick auf das Nordpolarmeer mit seinen teils schneebedeckten Eisschollen frei (Foto). Das Sonnenlicht wird in einem eindrucksvollen rot bis gelbfarbigen Schwert der Sonne vom dunkelblauen Meerwasser reflektiert. Davon ausgenommen sind die schneebedeckten Eisschollen, weil das Licht von ihnen nicht spiegelnd, sondern diffus reflektiert wird, was sich in einer richtungsunabhängigen Aufhellung bemerkbar machte.

Vom Ufer des Meeres aus gesehen erlebt man nur dann einen gelb-rot gefärbtes Schwert der Sonne, wenn sie bereits tief am Horizont steht, und selber diese Farben angenommen hat. Hier beobachtet man eine entsprechende Färbung, obwohl die Sonne noch relativ hoch stehend gleißend weißes Licht aussendet. Die Ursache dafür dürfte darin zu sehen sein, dass das reflektierte Sonnenlicht die dichte Atmosphäre zweimal durchläuft, bevor es in 10 km Höhe das Auge erreicht und daher wesentlich mehr Streuvorgänge erlitten hat als vom Ufer des Meeres aus gesehen.

Dieses Foto erschien am 22.01.2014 als Earth Picture of the Day (EPOD)
http://epod.usra.edu/blog/2014/01/sea-ice-and-sun-glitter-path.html

 

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  1. Pingback: Der Ursprung vom „Schwert der Sonne“ | Die Welt physikalisch gesehen - 27. Juli 2016

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