//
Marginalia

Herbstliche Blätter

DSCF8828Naturwissenschaftlich betrachtet äußert sich in den Jahreszeiten der Umlauf der Erde um die Sonne. Die während des Umlaufs unverändert bleibende Erdachse führt dazu, dass seit dem 22. Juni der Sonnenweg auf der Nordhalbkugel und damit die Tag wieder kürzer werden.Das bemerkt man erst so richtig im Herbst, was durch zahlreiche weitere Merkmale wie die sich verfärbenden und schließlich fallenden Blätter unterstrichen wird. Die dunkle und kalte Jahreszeit beginnt. Das Gefühl, das durch die kosmische Dimension der Vorgänge hervorgerufen wird, findet im folgenden Gedicht „Herbstliche Blätter“ von Victor Hugo ihren Ausdruck:

Wenn alles schlafend ruht‘, dann sitz ich wohl allein,
Um an der Flammenschrift des Himmels mich zu freun:
Ich lausche, ob kein Ton von oben zu mir dringt.
Vergebens mahnet mich der späten Stunde Schlag.
Ich sinne tief bewegt der ew’gen Feier nach,
Die diesen Strahlenglanz der Welt herniederbringt.

In traumumfangner Welt wähnt ich vom Flammenschein
Der Sonnen heiß erglüht nur meine Seel‘ allein:
Der König dieser Pracht sei im Verborgnen Ich!
Ich wesenloses Nichts sei zuvor auserkoren
Zu fassen dieses All, ich, der ich staubgeboren
Und aller Sonnen Glanz entzündet nur für mich.

Victor Hugo

Advertisements

Diskussionen

Trackbacks/Pingbacks

  1. Pingback: Wenn der bunte Schleier fällt… | Die Welt physikalisch gesehen - 16. November 2015

  2. Pingback: Herbst – ein Feuerwerk der Farben | Die Welt physikalisch gesehen - 17. November 2016

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: