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Marginalia

Das Grau legt sich über das Grün

Nebel-GrüntöneEin typischer Herbsttag: kalt, Nieselregen und leichter Nebel. Was gibt es da schon an Interessantem zu sehen? Wenn man seinen Blick für Außerordentliches nur ein wenig bemüht, kommt vielleicht zumindest die folgende Fragwürdigkeit heraus. Im Vordergrund ist die grüne Farbe des Feldes mit Wintergetreide viel gesättigter als weiter hinten. Das wäre an sich ja noch nicht erstaunlich, weil die nebelige Luft, durch die das Licht gedämpft wird, umso größeren Einfluss auf die Farben hat, je größer die Schicht zwischen dem Feld und dem Beobachter ist. Aber warum diese Zweiteilung: vorne gesättigt, hinten eingetrübt? Wäre nicht vielmehr ein kontinuierlicher Übergang zu erwarten?
Dieser Übergang besteht auch. Er ist nur deshalb nicht zu erkennen, weil durch eine Bodenwelle ein Teil des Feldes zwischen Vordergrund und Hintergrund nicht zu sehen ist. Das erkennt man übrigens deutlich an der perspektivischen Verkürzung der Spurrillen, die die landwirtschaftlichen Maschinen hinterlassen haben. Ihre Breite nimmt zum Horizont hin nicht kontinuierlich ab, sondern macht ebenfalls einen Sprung. In dem verdeckten Teil des Feldes hat sich die Grautönung so stark erhöht, dass sie als Farbsprung auffällt. Die kontinuierliche Änderung von vorne nach hinten erscheint weniger auffällig als eine abrupte Änderung.

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