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Marginalia

Licht und Schatten in der Wüste

Dünen-am-MorgenAm frühen Morgen in der Wüste am Meer. Alles ist neu, die menschlichen Spuren des Vortags sind verschwunden. Der Wind hat in der Nacht alles wieder glatt gefegt und sorgfältig in neue Falten gelegt. Barfuß über die Dünen stapfend lege ich die erste neue menschliche Spur des angehenden Tages. Auf der Leeseite der Düne komme ich nur mühsam voran, weil ich mit jedem Schritt als Teil einer mehr oder weniger großen Lawine immer wieder ein Stück hangabwärts gleite. Dabei rutsche ich zuweilen in angenehm warme, tiefere Sandschichten, in denen sich die Wärme des heißen Vortags gehalten hat – isoliert durch die Sandschicht darüber. Ich genieße, den Wechsel zwischen Warm und Kalt. Die Sonne geht gerade auf und versieht die höheren Partien der Sanddünen mit hellen Streifen, durch die eine Schwarz-Weiß-Skulptur geschaffen wird, als deren Teil und Erlebender zugleich ich mich fühlen darf.

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Diskussionen

4 Gedanken zu “Licht und Schatten in der Wüste

  1. Wunderschön, wie Poesie!

    Verfasst von Adelso Bausdorf - Bildender Künstler | 28. Dezember 2015, 08:41

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