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Marginalia

Ein Netz von Zwecken

Ein-Netz-von-ZweckenDie Teleologie, welche mit dem Netz von Zwecken und Mitteln die ganze Welt einspinnen möchte, ist doch schließlich eben nur die Projektion der teleologischen Struktur der Lebenseinheit. Und zwar besagt diese nichts von einer planmäßigen Ordnung, einem Bewußtsein, das sie hervorbrachte. Sie besagt nur die Form eines Zusammenhangs. Zu diesen Merkmalen gehört, daß man sie am leichtesten als von einem bewußtsein nach Zwecken geformt vorstellt. Am leichtesten, und als oder als ob (von einem Bewußtsein geformt). Nicht aber, daß diese Struktur so und nur so entstanden gedacht werden müsse.

Dilthey, Wilhelm: Das Wesen der Philosophie. Stuttgart 1984

Spinnennetze sind aber nicht nur metaphorisch bedeutungsvoll. Auch aus ästhetischer Sicht sind sie beeindruckende natürliche Konstruktionen, die insbesondere durch ihre durch die Sonne induzierten Farben faszinieren: Mit feinsten Tautropfen besetzt erstrahlen sie in schönsten Regenbogenfarben, wenn man sie mit der Sonne im Rücken betrachtet. Trockene Netze erstrahlen in metallisch glänzenden und irisierenden Interferenzfarben, wenn man sie nahezu im Gegenlicht der Sonne betrachtet.
Auch in mechanischer und materialwissenschaftlicher Sicht erweisen sich die Spinnennetze als ingeniöse Hervorbringungen der Natur.

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Ein Netz von Zwecken

  1. Eine beeindruckende Architektur!

    Verfasst von kunstschaffende | 29. Mai 2016, 13:35

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