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Marginalia

Der Tanz ist realer als die Tanzenden

Der-Tanz-ist-realerEine der wichtigsten Einsichten der modernen Physik besteht darin, dass die abstrakten Muster der physikalischen Welt realer sind als die materiellen Dinge, die man „in die Hand nehmen kann“ (Paul Valéry (1871 – 1945)). Oder, wie C. K. Cole es ausdruckstark formuliert: „Der ‚Tanz‘ ist realer als die Atome.(…) Das, was die Materie und die Kräfte fest und ewig macht, sind fast immer unfaßbare, sich ständig wiederholende Rhythmen, die von einem ständig wechselnden Chor gesungen werden. Atome kommen und gehen, aber Erinnerungen können sich ein Leben lang halten. Das Gesetz der Schwerkraft saugt Sterne und Planeten zu Kugelform, unabhängig davon, woraus sie bestehen…
Die Physiker versuchen aus den Mustern Rückschlüsse auf die zugrundliegenden Kräfte zu ziehen – genau wie Eltern, Psychologen, Wirtschaftswissenschaftler und gelegentlich sogar Politiker. Oft tun wir Muster als etwas ab, das keine wirkliche Substanz besitzt, während wir uns fest auf scheinbar konkrete individuelle Fälle verlassen. Muster sind wirklicher als Felsen oder Atome oder schwarze Löcher. Muster, das sind wir“ (Cole, K. C.. Warum die Wolken nicht vom Himmel fallen. Berlin 2000).

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