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Marginalia

Der morbide Charme des Verfalls

WaschbetronverfallAlles ist von Veränderung und Untergang bedroht.

Michel de Montaigne (1533 – 1592)

Früher war das mal das mal eine Art Waschbetonpflaster, jetzt ist es ein Kunstwerk. Der Zahn der Zeit hat es geschaffen. Seine Entstehung ist noch erkennbar. Die Kieselsteinchen sind größtenteils aus ihrer Verankerung gelöst, wenige sind noch fest, die meisten verschwunden, einige liegen disfunktional herum. Das von der Form der Kiesel geprägte Netz der stehengebliebenen Ränder ist seinerseits dem Verfall und dem Verschwinden anheimgegeben. Auch dies ist nicht ohne Reiz, fügt es dem Ganzen noch eine weiteres chaotisches Strukturelement hinzu.

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Der morbide Charme des Verfalls

  1. Faszinierend. Ist das besonders alter Waschbeton oder besonders schlechter? Oder ist der einfach mechanisch oder durch Witterung sehr beansprucht?

    Verfasst von gnaddrig | 7. September 2016, 14:16
    • Ja, das fand ich auch, sodass ich meinen Fotoapparat zückte. Ich schätze, dass der Beton sowohl alt als auch schlecht ist. Dafür sprechen die Patina und die lockeren Kiesel. Er bedeckt einen Fußweg und vermittelt ein merkwürdigen Laufgefühl, vermutlich weil sich die Füße auf einen glatten Untergrund einstellen. Aber mir kam es, wie gesagt, nur auf die unfreiwillige Ästetik an.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 7. September 2016, 16:47

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