//
Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Ein Flur als Lichtleiter

ein_flur_als_lichtleiter_rvIn einem Flur der naturwissenschaftlichen Fakultät einer altehrwürdigen Universität schoss es mir plötzlich durch den Kopf, ich befände mich im Innern eines Lichtleiters. Der Teil des Gebäudes entpuppte sich als überdimensionales Modell eines durch die moderne physikalische Technik hervorgebrachten elektronischen Bauteils.
Das durch eine Tür eingekoppelte Licht wurde auf dem glatten Boden zur ebenfalls spiegelglatten Decke reflektiert und von dort wieder zurück auf den Boden. Aber da stand ich und wurde von dem Lichtstrom geblendet. Ich musste mich etwas außerhalb des hauptsächlichen Lichtstroms stellen, damit die Chips meiner Kamera nicht zu stark überbelichtet würden und dieses Foto gelingen konnte.
Als mir plötzlich meine priviligierte Lage als eine Art optischer Dämon bewusst wurde, stellte ich mich mit forscherischer Absicht dem Lichtstrom an mehreren Stellen in den Weg. So konnte ich anhand meines Schattens feststellen, dass das Deckenlicht wirklich von Fußboden kam. Auch an den beiden Seiten des Flurs kam es neben der direkten Beleuchtung ebenfalls zu Hin- und Herreflexionen.
Neben dem schräg von oben durch die Glastür einfallenden Sonnenlicht macht sich auch das Licht des blauen Himmels bemerkbar und rahmt das Sonnenlicht mit einem Blauschimmer ein. Wegen des starken Kontrastes zum ansonsten ziemlich dunklen Flur kommt es zu einer teilweisen Überstrahlung (Irradiation, Blooming), sodass das Licht teilweise auch dort weiß erscheint, wo blaues Licht landet.
Sieht man einmal von meiner physikalischen Fantasie ab, die sich hier in die alltägliche Wahrnehmung einmischte, so war ich ich von  dem altertümlichen Flair, das von den altehrwürdigen  Gebäuden der Universität Genf ausgeht sehr beeindruckt.

Advertisements

Diskussionen

2 Gedanken zu “Ein Flur als Lichtleiter

  1. Ich find es immer wieder erstaunlich, wieviel Daten durch so ein hauchdünnes Glasfaserkabel durchpassen.
    Edgar

    Verfasst von seescho | 10. Januar 2017, 18:24
    • Das geht mir auch so. Das Erstaunen liegt wohl hauptsächlich daran, dass wir keine Anschauung über die Größenordnungen im Bereich der Wellenlängen des Lichts haben. Ähnlich erstaunlich finde ich die heute möglichen Datenspeicherdichten. Denk doch nur an eine sd-Karte von einigen hundert Gigabite Speicherkapazität. Gruß, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 10. Januar 2017, 19:10

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: