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Physik im Alltag und Naturphänomene

Dreimal die Sonne

sonnenaufgang_dsc08725rvGestern schien die Sonne. Seit langem mal wieder. Und weil das auch noch mit dem Wochenende zusammenfiel, habe ich immer mal wieder aus dem Fenster geschaut, um zu sehen, ob sie noch da ist. Manchmal verschwand sie hinter den Wolken. Zu den entscheidenden Zeiten, Sonnenaufgang, höchster Stand und Sonnenuntergang war sie da. Nun muss man gerechterweise dazusagen, dass wegen der etwas bergigen Landschaft hier der Sonnenaufgang etwas verspätet und der Sonnenuntergang etwas verfrüht in Erscheinung tritt, jedenfalls vom Fenster aus. sonne_am_mittag_dsc08726rvBeim Sonnenaufgang (oberstes Bild) war ich nicht der einzige Beobachter. Eine einsame Amsel schien die Situation ebenfalls zu genießen. Dass man sogar zwei Sonnen sieht, ist Gegenstand eine zukünftigen Beitrags. Das Schöne an der unteren Sonne ist, dass sie genau den Rotton aufweist, der bei direkter Beobachtung zu sehen war. Wenn man die Kamera dazu bringt, diesen Ton zu zeigen, versinkt alles andere in ein monochromes Schwarz. Der Kompromiss ist die Überbelichtung der vergleichsweise hellen Sonne mit dem Effekt der Überstrahlung (Blooming) und den damit verbundenen Verlust der wahren Farbe zugunsten eines monochromen Weiß.
Um die Mittagszeit gab der Hochnebel die Sonne für einige Zeit frei (mittleres Foto). Denn zwischendurch war sie lange nicht direkt zu sehen. Lediglich eine Aufhellung verriet ihren Aufenthaltsort. Sie thront jetzt mittags deutlich über den kahlen Pappeln. Noch vor wenigen Wochen blieb sie auch mittags hinter den Ästen der Bäume..sonnenuntergang_dsc06577rv
Und am Abend (gegen 17:00 Uhr) verschwand die Sonne schon deutlich nach Südwesten hin ebenfalls hinter Bäumen. Ich habe sie etwa herangezoomt, weil auf diese Weise sehr schön eine Farbdifferenzierung zu sehen ist. Da das Sonnenlicht vom unteren Teil der Sonne einen größeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegt, geht durch Streuvorgänge (Rayleighstreuung, Mehrfachstreuung, Miestreuung) mehr blaues Licht verloren als im oberen Teil. Daher dominieren hier die Rottöne.

Nichts schöneres unter der Sonne,
als unter der Sonne zu sein

Ingeborg Bachmann (1926 – 1973)

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Diskussionen

4 Gedanken zu “Dreimal die Sonne

  1. Die letzte Aufnahme ist besonders schön!

    Verfasst von Zeitreisender | 12. Februar 2017, 17:26
  2. Ja, das letzte Bild ist Klasse.
    Edgar

    Verfasst von seescho | 12. Februar 2017, 21:25

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