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Physik im Alltag und Naturphänomene, Physik und Kultur

Quételet im Spiegel der Kunst…

SpiegelfolieAuf einer Kunstausstellung im Museum Kunstpalast in Düsseldorf vor einigen Jahren mit dem Titel „Zerbrechliche Schönheiten“ stieß ich neben eindrucksvollen Exponaten an den Wänden auf ein vielleicht gar nicht als ein solches gemeintes Exponat auf dem Boden eines der Ausstellungsräume. Der Boden war nämlich komplett mit Spiegelfolie ausgelegt, die in dem Raum  – und das war sicherlich beabsichtigt – eine interessante Lichtstimmung hervorrief. Die Spotlights an der Decke spiegelten sich in der Folie und gaben das Licht reflektierend weitgehend wieder zurück. Was aber kaum Jemand bemerkte, dass die Reflexe der hellen Hologenspotlights mit einem farbigen Ringsystem umgeben waren, die sich je nach Blickwinkel auch noch drastisch änderten.
Ich war so beeindruckt von dem Anblick, der durch das Foto nur ganz unvollkommen wiedergegeben wird, dass ich meine Kamera zückte und den Boden fotografierte. Sofort war ein Aufpasser zur Stelle und wies mich heftig zurecht, weil Fotografieren verboten sei. Als ich dann darauf hinwies, dass ich nur den Boden fotografiert und es nicht auf die Exponate abgesehen habe, wurde er etwas unsicher und zog sich dann auf die Formel zurück: Hier ist generelles Fotografierverbot. Ich versuchte ihn dann dadurch etwas milder zu stimmen, dass ich die Besonderheiten des Bodenexponats hervorhob, die ihm offenbar bislang entgangen waren. Statt mir zuzuhören, zog er sich kopfschüttelnd auf seinen Beobachtungsposten zurück.  Auch in den Katalogen und durch weitere Nachforschungen fand ich keinen Hinweis darauf, dass man dieses tolle Phänomen bewusst geplant hatte. Es war wohl nur ein Epiphänomen.
Die Quételetschen Ringe, die man hier sieht, sind ein weitgehend unbekanntes Phänomen, obwohl man es relativ häufig im Alltag sehen kann. Eine Erklärung findet man hier und hier. Weitere Phänomene, die Quétletsche Ringe zeigen sind hier und  hier und hier und hier und hier beschrieben.

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Diskussionen

5 Gedanken zu “Quételet im Spiegel der Kunst…

  1. Die Stillleben-Ausstellung habe ich zufällig auch gesehen, der Boden aber ist mir entgangen 🙂 Herzlichen Dank für den Hinweis (ach ja, die „hier“-Links fehlen noch …). Liebe frühlingssonnige Grüße!

    Verfasst von simonsegur | 27. März 2017, 09:54
    • Ich habe es auch zunächst übersehen, dann aber die farbigen Streifen erblickt, mit denen ich mich zu der Zeit sehr intensiv beschäftigte. Vielen Dank auch für den Hinweis auf die fehlenden Links. Irgendwie sind die beim Kopieren abhanden gekommen. Jetzt sind sie wieder da. Ich wünsche dir einen schönen Tag möglichst in der Sonne!

      Verfasst von Joachim Schlichting | 27. März 2017, 10:14
  2. Bei Sonnen Wetter habe ich die Quétletsche Ringe auch schon im Brunnen Wasser beobachten können.
    Fliesst, fällt Wasser aus der Röhre in den Brunnen verursacht es Ring-Wellenbewegung im Wasser.
    Die schön wabernden Quétletsche Ringe kann man dann gut an den Brunneninnen Wänden sehen.

    Verfasst von Malabar | 27. März 2017, 10:27
    • Danke für die Beschreibung der Beobachtung. Ich befürchte jedoch, dass es sich bei dem Phänomen nicht um Quételetsche-Ringe, sondern um Dispersionen handelt (wie bei einem Prisma). Ich werde in einigen Tagen einen Beitrag dazu bringen.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 27. März 2017, 13:09

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  1. Pingback: Ein farbenfroher Dreckeffekt | Die Welt physikalisch gesehen - 22. September 2017

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