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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Vom bewegenden und bremsenden Wind

wolken_windkraft_dsc01396a_rvEin Radler setzt die Luft in Bewegung, indem er sie verdrängt. Das ist anstrengend und kostet Energie. In der Windkraftanlage passiert das Umgekehrte. Der Wind, der nach oben hin stärker wird, verdrängt die angeströmten Rotoren zur Seite, die allerdings immer wieder nachrücken und dadurch in Bewegung bleiben. Diese dadurch vom Wind auf die Rotoren übertragene Bewegungsenergie wird durch einen Generator in elektrische Energie verwandelt, die ihrerseits durch ein Leitungsnetz auf viele Verbraucher verteilt und für tausend Hilfsfunktionen genutzt wird.

Moderne Windmühlen bestimmen immer mehr das landschaftliche Bild von Norddeutschland. Windkraftanlagen sagt man nicht zuletzt, um sie von den letzten musealen Mühlen zu unterscheiden, die dereinst mal wirklich Korn gemahlen haben. Verschandeln die modernen Riesenmühlen die Landschaft? Vielleicht visuell, aber angesichts unseres Energiehungers und der klimaschädlichen Emissionen von konventionellen Kraftwerken ist das wohl das weitaus kleinere Übel.

Die vom Wind zerfaserten Cirruswolken visualisieren ihrerseits die mechanisch wirksamen aber unsichtbaren Luftbewegungen auf ästhetisch ansprechende Weise.

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Diskussionen

5 Gedanken zu “Vom bewegenden und bremsenden Wind

  1. Bei uns wurde der Bau der Windrad untersagt, wegen dem Schutz der Waldkauze

    Verfasst von wortsonate | 9. Juni 2017, 18:02
    • Die Bedrohung einer seltenen Tierart ist natürlich ein viel stärkeres Argument als die Störung des ästhetischen Empfindens einiger Menschen. Man muss die Windräder ja auch nicht überall bauen. Die Offshoreanlagen scheinen eine gute Alternative zu sein.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 9. Juni 2017, 18:17
  2. Wie immer kann man es positiv und negativ sehen. Bei uns in der Nähe werden grade etliche gebaut: ich finde es gut. Kann mir übrigens nicht vorstellen, dass durch die Rotoren Vögel sterben: die Rotoren sind doch weithin sichtbar, wie können Vögel sowas übersehen ?

    Verfasst von volkerwiesner | 9. Juni 2017, 21:59
    • Ich kann nicht beurteilen, wie groß die Bedrohung von seltenen Vögeln in gegebenen Fällen tatsächlich ist. Wenn man Rücksicht nehmen kann, sollte man es tun, beispielsweise dadurch, dass man die Orte für die Installation der Windräder entsprechend sorgfältig auswählt. Bei all dem sollte aber nicht vergessen werden, dass die bislang noch dominierenden konventionellen Kraftwerke durch ihre Emissionen wesentlich größere Schäden angerichtet haben und immer noch anrichten, als die Windräder, nur dass die Kausalitätsketten so komplex sind, dass man es im einzelnen nicht so leicht nachweisen kann. Und unter den Opfern befinden sich mit Sicherheit nicht nur Vögel.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 9. Juni 2017, 22:57

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