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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Wenn Bäume sich zu nahe kommen…

Zusammenwachsende Bäume haben es mir in der letzten Zeit angetan. Ich habe kürzlich dazu ein Bild gezeigt, bei dem ein Baum wie das Rohr eines alten Ofens in die Wand in einen anderen Baum einmündete. In der Absicht, mir diesen Doppelbaum noch einmal genauer anzusehen, versuchte ich ihn wiederzufinden. Aber das Sprichwort, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, traf in der Variante zu, dass ich vor lauter anderen Bäumen diesen einen nicht wiederfand. Aber die Suche hat sich dennoch gelohnt. Denn wie ein Wunder traf ich einen anderen Baum an, in dem eine Vorstufe der gezeigten Vereinigung zu sehen ist.
Hier sieht man ganz deutlich, dass der kleine Baum den Wettlauf zum Licht gegenüber dem großen Baum so gut wie verloren hat. Und das schon vor längerer Zeit. Statt einfach das Zeitliche zu segnen, hat sich – wie auch immer (siehe unten) – eine Brücke zum siegreichen Rivalen gebildet, durch die nun beide Organismen vereinigt wurden. Der Stamm oberhalb der Vereinigung hatte nun keine Funktion mehr und ist dabei abzusterben. Das Holz ist bereits tot und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es bis zur Stelle der Vereinigung weggefault ist und die zurückbleibende Wunde auf ähnliche Weise verschlossen wird, wie bei abgebrochenen oder abgesägten Ästen. Und das ist das das Endstadium, das im früher gezeigten Vereinigungsfall vorliegt.
Die Frage, von wem die Initiative zur Vereinigung ausging, kann man dem unteren, aus einer anderen Perspektive aufgenommenen Foto entnehmen. Offenbar ist der kleine Baum unmittelbar in Kontakt mit den großen Ästen des großen Baumes geraten. Dabei dürften sich beide aneinander „bis auf Blut“ gerieben und schließlich ihre auf diese Weise in Kontakt gekommenen Leitsysteme verbunden haben. Später ist dann – wie auch immer – der Ast des großen Baums hinter der Vereinigungsstelle abgestorben oder abgebrochen. Die Wunde ist derweil verheilt und man kann nur noch erahnen, dass da mal ein Ast gewesen sein könnte.  Inzwischen ist ein gemeinsamer kleiner Ast gewachsten, der ziemlich steil nach oben dem Licht entgegen strebt.
Interessanterweise scheint sich ein ähnlicher Vorgang ein „Stockwerk“ höher (siehe unteres Foto) zugetragen haben. Dort sind jedoch inzwischen sowohl der Ast des großen Baumes als auch der Stamm des kleines Baumes abgestorben, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch sie verfault sind und abfallen.

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