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Marginalia

Pappelversteher

Angesichts des nicht aufhören wollenden Regens scheinen selbst die Pappeln den Eindruck zu gewinnen, dass der Herbst beginnt. Jedenfalls vermittelt dieses säuberlich vom Blattgrün befreite und anschließend abgeworfene Blatt einen solchen Eindruck. Angesichts eines Blicks auf den Kalender gehe ich mal davon aus, dass die Pappel sich geirrt hat und mit dem Abwurf des gelben Blattes nur ihrem inneren Gefühl Ausdruck verleihen wollte, dass es nun genug sei. So sehr ich den Regen – in Maßen – mag, kann ich die Pappel in gewisser Weise verstehen. Da hilft nur noch ein Gedicht.

Rausche, rausche, Regen,
das Gras wächst auf den Wegen,
jede Stunde einen Zoll,
niemand weiß, wie’s enden soll.
Der Hof und die Laube vergrasen,
Gebüsch wird aus dem Rasen,
morgen ist es ein Wald,
ururalt

Werner Bergengruen (1892 – 1964)

 

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Pappelversteher

  1. Mit einem Fensterblick auf den strömenden Regen draußen: Danke 🙂

    Verfasst von simonsegur | 26. Juli 2017, 10:22

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