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Marginalia

Der Blick aufs Meer

fenster_1_meerblickUnd so bin ich jetzt am Meer angelangt. Das Meer. Auch das Meer ist, ebenso wie alles andere, begrenzt, wissen Sie, nur, daß es sich hier ähnlich wie mit den Sonnenuntergängen verhält, es ist schwierig, den Grundgedanken herauszuarbeiten, ich meine, Kilometer um Kilometer von Felsenriffen, Ufern und Stränden in einem einzigen Bild zusammenzufassen, in einem Konzept für die Begrenzung des Meeres, etwas, was sich in wenigen Zeilen niederschreiben läßt, das in ein Lexikon paßt, damit die Menschen, die es später lesen, begreifen könne, daß das Meer ein Ende hat und wie es unabhängig von dem, was drum herum vor sich geht . . .

Aus: Alessandro Baricco. Oceano Mare – Das Märchen vom Wesen des Meere. München 2001.

Nicht nur das Meer selbst, auch der Blick ist begrenzt. Das Fenster stellt eine Möglichkeit dar, die Begrenzung in einen passenden Rahmen zu geben. Der Fensterblick macht das Unbegrenzte beherrschbar, indem es die Ausschnittshaftigkeit der Erkenntnis bereits in die Wahrnehmung integriert.
Ich kann stundenlang am Fenster sitzen und auf das Meer schauen.

Das zerfallende Haus abseits einer Ortschaft habe ich auf der Baleareninsel Formentera entdeckt.

 

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