//
Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Herbstschönheit im Tröpfchengewand

Als vor ein paar Tagen die morgendliche Sonne die vertrocknenden und verfaulenden Pflanzen beschien, fiel mein Blick zufällig auf eine kleine Insel im Licht. Eine Wildblume scheint sich hier gegen das allgemeine Klischee des grauen Herbstes zu stemmen, indem sie sich nicht nur mit frischen Blüten schmückt, sondern auch mit den Tautropfen der vergangenen Nacht herausputzt.
Die Tröpfchen haben sich vorwiegend an den winzigen Härchen der Blätter und Blüten geheftet, weil diese in der kühlen Nacht wegen ihrer geringen Wärmekapazität sehr schnell abgekühlt sind und damit als erste den Taupunkt unterschritten; also die Temperatur bei der die maximale unten den Wert der absoluten Feuchte sinkt. Dadurch wird  der überschüssige Wasserdampf veranlasst, an geeigneten Stellen in den flüssigen Zustand zu wechseln. Was er dann auch in Form kleiner Tropfen tut.
Im Lichte der morgendlichen Sonne passiert dann aber bald der umgekehrte Prozess. Die Temperatur steigt und die Tröpfchen machen sich erneut als unsichtbarer Wasserdampf auf und davon. Als ich etwa eine Stunde später einen Blick auf die Blume warf, war kein Tropfen mehr zu sehen und das Ganze sah nur halb so schön aus.

Advertisements

Diskussionen

Es gibt noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: