//
Marginalia, Physik und Kultur

Die Grazie des Blätterfalls im Herbst

Blätterfall-DSC03055babWer einmal einen Blätterfall im Herbst beobachtet hat und vielleicht sogar mitten in eiem Schwall herunter torkelnder, gleitender, rotierender und andere Kapriolen schlagender Blätter wie Goldmarie im Märchen stand, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier kein bloßer freier Fall vorliegt, sondern ein eindrucksvoller Tanz, desen Choreografie durch Zufall und Notwendigkeit geschrieben wurde. Als ich vor einigen Tagen von einem solchen Blätterfall unter einer riesigen Buche überrascht wurde, erinnerte ich mich vage an eine kurze Stelle in Edmond Rostands (1868 – 1918) Cyrano de Bergerac. Dort heißt es (in meiner unvollkommenen Übersetzung):

Sieh die Blätter…!
Wie schön sie fallen!
Wie sie es verstehen, in diesen kurzen Weg vom Ast zur Erde,
eine letzte Schönheit zu legen,
und trotz ihres Entsetzens darüber, auf dem Boden zu verfaulen,
wollen, dass dieser Fall die Grazie eines Fluges habe.

Aus: Edmond Rostand: Cyrano de Bergerac. Paris 1993.

Advertisements

Diskussionen

3 Gedanken zu “Die Grazie des Blätterfalls im Herbst

  1. bitte ein Video ☺️als Demo für diesen schönen Text!

    Verfasst von ele21 | 31. Oktober 2017, 19:54

Trackbacks/Pingbacks

  1. Pingback: Zur Schönheit des schmelzenden Eises | Die Welt physikalisch gesehen - 8. März 2018

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: