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Marginalia

Wie irre…äh…irrational ist denn das!

Heute ist der 14. März, der 14.3. In der US-amerikanischen Schreibweise stellt man Tag und Monat um und schreibt 3/14, in der internationalen ISO-Schreibweise: -3-14. Das ist an sich nichts Besonderes, wenn es nicht Menschen gäbe, die darin sofort die Kreiszahl π (Pi) sehen würden, jedenfalls in der für viele Alltagsanwendungen ausreichenden Näherung. Wen wundert es da noch, dass einer der Gurus der theoretischen Physik, Albert Einstein, am 14.3. Geburtstag hat. Und da π auch noch genauso wie pie, dem englischsprachigen Wort für Kuchen ausgesprochen wird, sehen darin zumindest die Nerds einen guten Grund, diesen π-Tag mit Kuchen zu feiern. Seit 1988 ist das in gewissen Kreisen normal. Seit 2009 ist der 14. März sogar vom US-Kongress zum offiziellen Nationaltag für π erklärt worden. Ganz schön irre, pardon: irrational.
In Deutschland würde sich ein anderer π-Feiertag anbieten, der 22.7 bzw. 22/7. Denn führt man die Division durch, kommt man wieder auf näherungsweise 3,14.
Wer hätte gedacht, dass selbst Poeten sich der Zahl nicht ganz entziehen können, zumindest der äußeren Gestalt des griechischen Buchstabens. So las ich vor einiger Zeit bei Arno Geiger (1968) in „Es geht uns gut“ den folgenden Vergleich: „Dann wieder das Bienenhaus, ganz plump, starr unter dem Rascheln des ausgreifenden Astes, die Seitenansicht in Pi-Form gezimmert, ein wenig irrational wie die Zahl“.

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Diskussionen

4 Gedanken zu “Wie irre…äh…irrational ist denn das!

  1. da fällt mir eine Passage aus meinem Romanfragment „Schwanenwege“ ein – und ich ergreife die Gelegenheit, um dich zu fragen, ob die dort aufgestellten Behauptungen richtig sind.
    „Mit schiefem Grinsen und um nicht wie ein Blödian am Tisch zu sitzen, murmelte Ludwig: „Du kennst dich aus! Dann erzähl ich dir sicher nichts Neues, wenn ich dir sage, dass ein von Punkt hapy-pi geschlagener Kreisbogen, der ganz Ober- und Unterägypten einschließt, einen Durchmesser von exakt einem Zehntel des Erdkreises hat.“ „Stimmt!“ Johannes nickte zufrieden. „Um diesen Punkt mathematisch genau zu kalkulieren, musste man den Umfang der Erde kennen. …“

    Verfasst von gkazakou | 14. März 2018, 00:18
    • Wenn es sich bei dem Punkt „hapy-pi“ (happy pi?) um den Erdmittelpunkt handelt, sodass der „Kreisbogen“ einen Großkreis der Erde bezeichnet, würde die Aussage ziemlich genau stimmen. Ein Zehntel des Erdumfangs sind 4000 km, dividiert durch pi ergibt etwa 1273 km. Von Alexandria nach Abu Simbel (das ist eine der südlichsten Ortschaften) sind es laut Google Maps 1341 km. Rechnet man die Abweichungen von der Luftlinie ab, so kommt man in etwa auf den Wert von 1273 km.
      Aber wie bist du als Romanautorin auf diese Aussage gekommen? Hat dein Roman etwas mit Eratosthenes zu tun, der ja umgekehrt u.a. durch Messung der Entfernung von Alexandria bis Syene, dem heutigen Assuan, den Erdumfang bestimmt hat?

      Verfasst von Joachim Schlichting | 14. März 2018, 10:23
  2. Mich erinnert die Form an die „Torii“ die bei den japanischen Shintō-Schreinen stehen.

    Verfasst von Malabar | 17. März 2018, 11:17

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