Lerne Schnecken zu beobachten.
Susan Ariel Rainbow Kennedy (*1954)
Schnecken gehen (mir) über alles (im doppelten Wortsinn). Sie beschäftigen mich als Hobbygärtner zwangsläufig, beeindrucken mich als Wissenschaftler und faszinieren mich als Beobachter von Alltagsphänomenen mit einem Blick für das Schöne. Sie machen mich dem Motto von Joseph Beuys entsprechend zum Künstler.
Bereits in früheren Beiträgen bin ich auf die Schnecken zu sprechen gekommen (zum Beispiel hier und hier und hier). Die Fähigkeit, über Alles und Jedes in gemächlicher Art hinwegzugleiten zusammen mit einer spektakulären, farbigen Illumination des beschrittenen Weges, der anders gar nicht auffallen würde, ist wohl einzigartig in der Tierwelt. Im vorliegenden Beispiel nutzt die Schnecke die Reste von Spinngeweben, die flugs als Hängebrücke umfunktioniert werden. Diesmal ist die durch Sparsamkeit im Materialaufwand für den „Straßenbau“ gegebene Feinheit der Scheimhaut Ursache für die Interferenz des Lichts (an dünnen Schichten), die sich hier durch farbenprächtige Muster bemerkbar macht.
Geniale Aufnahme!
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Schön, mit meiner Zuneigung zu diesen Künstler der Langsamkeit ___@!! nicht allein zu sein. In diesem Jahr haben sie es offenbar schwer; sogar die unbehausten, weniger ambivalent bewundernswerten Nacktschnecken hat die lange Trockenperiode so stark dezimiert, dass es mir auch schon wieder leid um sie tut.
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Das sehe ich auch so. In diesem Jahr gab es hier (bisher) kaum Nacktschnecken im Garten. Allerdings sind die roten Exemplare bei uns im Wald kaum vermindert anzutreffen.
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Wenn es die echten roten sind, oder auch die teerschwarzen, bin ich schon wieder geneigt, mich über ihr Dasein zu freuen. Sie sind hier, auch in den schneckengünstigeren Jahren zuvor schon, richtig selten geworden und von den Spanischen Wegschnecken ersetzt.
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Im Unterschied zu den im Garten vorkommenden braunen und manchmal wie Tieger gescheckten Nacktschnecken sind die im nahegelegenen (Teutoburger-) Wald vorkommenden Schnecken deutlich rot. Die schwarzen, die ich früher auch häufiger beobachtet habe, sehe ich nur noch selten.
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Ja, die Roten, sofern nicht schon mit den Spanischen teilweise als Mischlinge „übernommen“, halten sich noch länger als die Schwarzen, so ist es hier auch.
Die Tiger sind Schnegel, sogenannte Schneckenegel, verwandt mit den Nacktschnecken, aber haben sie zum Fressen gern. leider werden sie nur allzuoft mit verfolgt.
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Vielen Dank für die Aufklärung. Mit anderen Worten: Wenn wieder mal (wie 2016) großer Schneckenbefall im Garten sein sollte, lasse ich die Schnegel ungeschoren. Die übrigen Schnecken sammle ich ein und bringe sie weit weg (nein, nicht in Nachbar Garten!).
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Ja, genau. Glücklich, wer Schnegel in der Nähe hat!
So mache ich es auch – in einen Eimer und dann aufs Fahrrad …. schade, früher gab es noch glückliche Schweine, die draussen ein Gehege hatten, die waren dann noch glücklicher. 😀
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Auch deine Beiträge sind Hängebrücken der besonderen Arte, die mir geheimnisvolle Räume öffnen und ungeahnte Zusammenhänge stiften
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Das ist schön gesagt. Brücken, die zwei ansonsten getrennte Bereiche verbinden sind immer gut, und solange daraus keine Hängeliegen zum Ausruhen und keine Hängepartien beim Nachvollziehen werden, freue ich mich natürlich.
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Das ist gewaltig!
Weiß die Schnecke das, daß sie höchst funkelnde Wege erzeugt? Diamantenartige sozusagen?
Manche Tiere und Pflanzen „wissen“ das, siehe Mimikry. Es ist sozusagen evolutiv einkalkuliert und als Effekt „beabsichtigt“!
Noch etwas: Du sagst Strassenbau. Das heiß also, daß der Schleim IM HINBLICK auf das zu betretende Teil-Areal des Netzes austritt. Mal mehr, mal weniger?! Berechnet die Schnecke also den Austrittsmenge des Schleims? Muß der Schleim etwas verhärten, bevor er nutzbar ist? Oder ist das für Stabilitätsgründe quasi nicht so erheblich?
Und schliesslich: Verrät das Funkeln nicht einem Fressfeind, daß hier eine Schnecke ist?
Danke Joachim!
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Mein Beitrag ist nicht angekommen?! Liebe Grüße am Morgen!
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Doch, aber wegen einer Reise hat sich meine Reaktion etwas verzögert.
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Wie um die bei vielen Menschen Ekelgefühle hervorrufende Schleimigkeit der Schnecken auszugleichen, werden gerade durch die dünne Schleimschicht prächtige Farbinterferenzen hervorgerufen. Dennoch halte ich das für ein Epiphänomen, für eine zufällige Nebenerscheinung. Das findet man sehr häufig in der Natur. Nur weil der Mensch dazu neigt, allem Schönen einen Zweck oder eine Absicht zu unterstellen, muss das nicht heißen, dass das auch so ist.
Grundsätzlich gehe ich davon aus, dass die Schleimabgabe durch den Schneckenfuß ökonomisch erfolgt. Der Schleim ist so „anhänglich“ und „stabil“, (siehe das Beispiel des Abseilens einer fetten Schnecke an einem hauchdünnen Schleimfaden), dass wohl keine besonderen Verdickungen oder Vortrocknungen an präkären Überbrückungen (wie das Spinnennetz) nötig sind. Dazu trägt vermutlich auch die erstaunliche Stabilität des Spinnenetzes selbst bei.
Da das Funkeln der Spuren wochen-, ja monatelang erhalten bleibt, wäre die Wahrscheinlichkeit dort eine Schnecke anzutreffen, so klein, dass ein potenzieller Fressfeind nicht mehr darauf reinfiele.
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Zufällige Nebenerscheinungen wird es immer geben, nicht alles kann „bedacht sein“. Das wäre FÜR MICH sonst ein ungeheurer Kosmos an Verflechtungen zwischen den Arten, der eine Komplexität , die ohnehin stark vorhanden ist, auf die Spitze treiben würde.
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