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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene, Physik und Kultur

Neun Himmel um den großen Stein Erde

Stein_Wellen_rvWie um einen Kiesel, den, wenn man ihn in einen See wirft, auf der Wasseroberfläche konzentrische Kreise umgeben, ordnen sich neun Himmel um den großen Stein Erde.

Weber, Anne (*1964); Besuch bei Zerberus; Suhrkamp Verlag, 2004.

Im geozentrischen Weltbild mit der Erde als Mittelpunkt ordnen sich die Planeten (nachdem Pluto zum Kleinplaneten herabgestuft wurde, sind es nur noch acht) gerade nicht konzentrisch an. Einige machen sogar Schleifen, die durch einen Kieselsteinwurf ins Wasser schwerlich zu erzeugen wären. Der Kiesel macht immer konzentrische Wellen und plädiert damit für das heliozentrische Weltbild mit der Sonne im Zentrum. Naja, Kreise sind es auch nicht, sondern Ellipsen.

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Diskussionen

6 Gedanken zu “Neun Himmel um den großen Stein Erde

  1. Das heliozentrische Weltbild war eine Zeitlang in Ordnung.
    Jetzt, so mein Kenntnisstand, streitet man um den Urknall. Gab es einen furchtbar eruptiven, gab es eher einen sanften?
    Ich denke, in einigen Jahren hat man Gewissheit. Dann geht es zur nächsten, tieferen Frage.
    Immer denke ich, es wird eine Zeit eintreten, in der Forschung nicht mehr möglich sein wird. Vielleicht denke ich da zu schwarz.

    Verfasst von kopfundgestalt | 17. August 2018, 00:10
    • Nach neueren wissenschaftstheoretischen Untersuchungen wird die Entwicklung der Naturwissenschaften nicht als Evolution angesehen, die sich der „Wahrheit“ immer mehr annähert, sondern als Abfolge von Revolutionen („Paradigmawechsel“), die auf unterschiedlichen „Sehweisen“ bestehen (typisches Beispiel: klassische Physik vs. Quantenphysik). Demnach gibt es keine Gewissheit im ursprünglichen Verständnis. In der von dir angesprochenen Kosmologie wird sich sicherlich noch einiges tun, einschließlich der Möglichkeit einer grundsätzlich neuen Sehweise. Der Zustand, in dem man sagen könnte: Jetzt wissen wir, wie die Welt funktioniert, wird es m.E. nie geben.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 17. August 2018, 09:24
  2. auch wenn der Vergleich hinkt: dein Foto verführt zu himmlischen Assoziationen und Planetenbahnen.

    Verfasst von gkazakou | 17. August 2018, 09:04
    • Diese Assoziationen zu provozieren habe ich auch beabsichtigt. Allerdings ist im Zentrum nicht die Erde, sondern die Sonne. Leider ist der Kiesel, der für die Sonne steht, bereits versunken, wenn siche die Planetenbahnen entfalten. 🙂

      Verfasst von Joachim Schlichting | 17. August 2018, 09:28
      • wie ja auch für uns Menschen eingerichtet: erst wenn die Sonne versinkt, treten uns die Planeten vor die Augen und ziehen ihre Kreise über den nächtlichen Himmel. :)….

        Verfasst von gkazakou | 17. August 2018, 11:03
      • Das ist eine sehr schöne und passende Idee, durch die die Analogie genial abgerundet wird.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 17. August 2018, 12:44

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