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Marginalia

Die andere Seite der Natur

Abend Eichendorff

Der Abend
Schweigt der Menschen laute Lust:
Rauscht die Erde wie in Träumen
Wunderbar mit allen Bäumen,
Was dem Herzen kaum bewußt,
Alte Zeiten, linde Trauer,
Und es schweifen leise Schauer
Wetterleuchtend durch die Brust.

Joseph von Eichendorff (1788 – 1857)

Diskussionen

3 Gedanken zu “Die andere Seite der Natur

  1. Die Melodie des Ganzen spüren – es ist nicht mehr Usus, sich in der Abenddämmerung irgendwo hinzusetzen und schlicht – zu lauschen.

    Verfasst von kopfundgestalt | 23. August 2018, 01:29
  2. so schön, dieses Gedicht. „Rauscht die Erde wie in Träumen…“. Heutzutage rauscht abends leider der Wellensalat von menschengemachten Kommunkationsmitteln besonders heftig um unsere arme Erde, die sich vor der Geschwätzigkeit und nie endenden „lauten Lust“ ihrer Bewohner nicht mehr zu schützen weiß. Nur manchmal schüttelt sie sich leise, dann fallen Häuser und Brücken um und Berge speien Feuer.

    Verfasst von gkazakou | 23. August 2018, 10:53
    • Oder: „Wetterleuchtend durch die Brust…“. Irgendwie ist da in uns doch noch eine romantische Ader. Sehr passend deine poetische Umschreibung unserer Situation: Sie schüttelt sich leise… Wie wäre es erst, wenn sich sich heftiger schüttelt?

      Verfasst von Joachim Schlichting | 23. August 2018, 13:21

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