//
Marginalia

Was wären wir ohne Staub?

sonnenstrahlen_dscf5420Ohne den Staub,
worin er aufleuchtet,
wäre der Strahl nicht sichtbar.

André Gide (1869 – 1951)

Dass hier Lichtstrahlen durch die Öffnungen im Blätterdach der Bäume brechen, „sieht“ man nur, weil feinste Wassertröpfchen das Sonnenlicht, von dem sie getroffen werden, in alle Richtungen aussenden, sodass es auf diese Weise auch unsere Augen erreicht.
Daraus wird oft der Schluss gezogen, dass man Licht an sich nicht sehen kann. Dies sagt vielleicht etwas über die Vorliebe zu paradoxen Aussagen aber nicht zur Eigenschaft des Lichts.  Denn wie es unmittelbar einleuchtend (sic!) sein sollte, können wir nur etwas sehen, wenn Licht in unsere Augen fällt. Nur dadurch dass uns Gegenstände Licht zusenden, sieht man sie. Und wenn das Licht, das durch das Blätterdach fällt, nur gesehen wird, wenn Streuteilchen vorhanden sind, so spricht das nicht für dessen Unsichtbarkeit. Wir sagen ja auch nicht, Schall sei unhörbar, nur weil er in einer gegebenen Situation unsere Ohren nicht erreicht.

 

 

Advertisements

Diskussionen

7 Gedanken zu “Was wären wir ohne Staub?

  1. Man kann eine Glasfläche eines Tisches reinigen, doch kaum fällt Licht auf sie, stellt man fest, daß sie doch nicht „gereinigt ist.“
    Gnadenlos zeigt das Licht auf, daß es keine staublose Luft gibt. Immer ist das Glas bedeckt von Staub. Man kann bestenfalls den Grad der Staubbedeckung ändern.

    Verfasst von kopfundgestalt | 21. September 2018, 00:16
  2. „Dies sagt vielleicht etwas über die Vorliebe zu paradoxen Aussagen aber nicht zur Eigenschaft des Lichts.“ – Der ist gut. 🙂
    LG Franz

    Verfasst von FMR | 21. September 2018, 09:20
  3. Dazu auch passend vielleicht auch ein Post eines guten Blogkollegen:
    https://stefanhetzel.wordpress.com/2018/09/21/schiffsspuren-im-ozean-2018/

    Verfasst von kopfundgestalt | 21. September 2018, 09:29
  4. Wie wärs mit dieser „These“?
    Alles ist zuerst Geist-ig

    Licht ist an sich ist solange für uns nicht sichtbar=unsichtbar, wie eine graduelle Verdunkelung=Materie=Hintergrund, (die das Licht für uns auch sichtbar macht) nicht vorhanden ist.

    „Du herrschest, Materie, in den erhabenen Höhen,
    wo die Heiligen glauben, dir auszuweichen –
    so durchsichtiges und bewegliches Fleisch,
    dass wir dich nicht mehr von einem Geist unterscheiden.“

    Pierre Teilhard de Chardin, Lobgesang des Alls

    Verfasst von Malabar | 21. September 2018, 11:39

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: