//
Monatsrätsel

Rätselfoto des Monats Oktober 2018

Wie kommt es zu diesen Strukturen auf einem Waldweg?


Erklärung des Rätselfotos des Monats September 2018

Frage: Was ist zu sehen und wie kommt es zustande?

Antwort: „Das kleinste Haar wirft seinen Schatten“, sagt Goethe. Ich zeige hier, dass dies nicht nur für kleinste Haare gilt, sondern auch für kleinste Sandkörnchen. In der im Foto festgehaltenen Situation stand ich kurz unterhalb des spitzen Kamms einer hohen Sanddüne, über die ein mittelstarker Sandsturm hinwegfegte Man blickt auf den Sandteppich, der über die Dünenspitze hinweg geblasen wird. „Teppich“ ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, Seidentuch wäre angemessener. Denn das Sanddtuch ist semitransparent. Man schaut durch die „Maschen“ hindurch auf weitere im Schatten liegende Dünen, die allerdings nur schemenhaft zu erkennen sind (Zur Vergrößerung auf Bild klicken). Das granulare Seidentuch ist aber andererseits so massiv, dass es meinen Schatten auffangen kann, wie man an der direkten Fortsetzung der Beinschatten erkennt. Ohne dies wären der kurze Schatten der Beine auf dem beleuchteten Teil der Düne und der Schatten des Kopfes, der in den beleuchteten Teil der Flanke einer der folgenden Dünen hineinreicht, ohne sichtbare Verbindung und man sähe nur einen durchgehenden dunklen Schattenbereich.
Es ist früh am Morgen. Die Sonne ist gerade erst aufgegangen und die Schatten sind noch lang. Sie sind so lang, dass sich die perspektivische Verkürzung deutlich bemerkbar macht und bereits andeutet, dass noch längere Schatten (wie die von Bergen) schließlich unabhängig von der tatsächlichen Form des Schattengebers dreieckig werden.
Ein ganz ähnliches Foto ist in einem früheren Beitrag zu sehen. Die Situation war aber eine ganz andere.

 

Advertisements

Diskussionen

21 Gedanken zu “Rätselfoto des Monats Oktober 2018

  1. Faszinierende Auflösung des September-Rätsels. War allerdings nicht lösbar, wenn eigene entsprechende Erfahrung fehlt.

    Verfasst von gkazakou | 1. Oktober 2018, 00:16
  2. Bin extrem müde jetzt, doch wage ich eine Antwort:
    Sieht wie Auswaschung aus. Kann es sein, daß Mineralien sichtbar werden?
    Im Keller hat man solche weißen Stellen, die durch Feuchtigkeitsdruck entstehen. Silikat?!
    Bin leider kein Chemiker. Hatte mir nur mal Sorgen deswegen im Keller gemacht. Aber auch bei Fliesen im Freien tritt das auf. Kauft man Zementplatten im Bauhandel, dann hat man doch auch diese Stellen?!

    Zu letztem Monat muß ich in ein paar Stunden gucken!
    Gute Nacht!

    Verfasst von kopfundgestalt | 1. Oktober 2018, 00:26
  3. Ausblühungen nennt man das…

    Verfasst von kopfundgestalt | 1. Oktober 2018, 00:27
  4. Danke für die Aufklärung. Zum Dreieck werden, das klingt ja fast wie eine felsritzzeichnung oder runen in alten schriften.

    Verfasst von kopfundgestalt | 1. Oktober 2018, 10:31
    • Um dir eine Vorstellung vom Dreieck machn zu können hier ein Foto aus dem Internet: https://apod.nasa.gov/apod/ap110705.html

      Verfasst von Joachim Schlichting | 1. Oktober 2018, 10:39
      • Brutal schön:-)

        Verfasst von kopfundgestalt | 1. Oktober 2018, 10:42
      • Sieh mal an! Und ich dachte, der Dreieck-Schatten, den der höchste Berg des Taygetos-Gebirges bei Sonnenaufgang auf den Messinischen Golfs wirft, sei der Pyramidenform des Gipfels gedankt und einmalig. Leider habe ich selbst ihn nie gesehen, denn ich kann keinen 2600er mehr besteigen. Aber ich bin voller Sehnsucht danach. Irgendwo in meinem Blog habe ich mal ein Foto gepostet.

        Verfasst von gkazakou | 1. Oktober 2018, 13:13
      • Wegen der Pyramidenform des höchsten Gipfels des Teygetos-Gebirges ist es natürlich schwierig, diesen Perspektiveneffekt zu demonstrieren. Erst wenn man den Schatten an einem besonders komplex gestalteten Gipfel als dreieckig wahrnimmt, wird man überzeugt sein. Gibt es denn keine Seilbahn u.ä., um deine Sehnsucht wenigstens teilweise zu befriedigen?

        Verfasst von Joachim Schlichting | 1. Oktober 2018, 18:26
  5. Also ein sandgestrahlter Schatten-sehr eindrücklich. Wäre so ein Phänomen auch bei uns im Winter, mit Schnee sichtbar?

    Verfasst von Malabar | 1. Oktober 2018, 23:00
  6. Vielleicht kommt die Waldbodenstruktur durch Würmer-Auswurf zustande..?

    Verfasst von Malabar | 1. Oktober 2018, 23:05
  7. Haben sich vielleicht Kristalle gebildet? Ich würde gerne eine der grünen Flecken von ganz Nahem sehen.

    Verfasst von Susanne Haun | 2. Oktober 2018, 15:07

Trackbacks/Pingbacks

  1. Pingback: Erlebte Perspektive grotesker Schatten | Die Welt physikalisch gesehen - 12. November 2018

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: