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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Wind, Sand und Struktur

Das Walroß und der Zimmermann,
Spazierten hier am Strand
Und weinten herzlich über den
Entsetzlich vielen Sand:
„O weh und ach!“ so seufzten sie,
„Der Sand nimmt überhand!“
„Wenn sieben Mägde sieben Jahr
Hier täglich siebenmal kehren,

Ob sie dann wohl“,
das Walroß sprach,
„Den Strand vom Sand entleeren?“
Wohl schwerlich“,
sprach der Zimmermann
Und weinte heiße Zähren.

An dieses Gedicht von Lewis Carroll* werde ich hier so manches Mal erinnert, wenn der Wind den Sand nicht nur von Düne zu Düne, sondern auch darüber hinaus an Orte befördert, wo er nun wirklich nicht hingehört. Davon vielleicht später. Aber vorher möchte ich in lockerer Folge noch einige Sandphänomene zeigen, die schön und „fragwürdig“ zugleich sind.

Man mag es bedauern, dass ein heftiger Wind in der Nacht die vertrauten und am Tage liebgewonnenen Dünen derart drastisch fegt, dass das Alte nur mit Mühe wiederzuerkennen ist. In manchen Fällen überzeugt aber das zwangsweise dadurch entstehende Neue durch Formen, deren Zustandekommen – wie in diesem Fall (Foto) – nur schwer zu erklären ist.
Wir blicken auf die Abbruchkante einer hohen Düne, auf die weitgehend parallele und äquidistante Rippel zulaufen. Durch den in der letzten Nacht aktiven Wind, der inzwischen zur Ruhe gekommen ist, wurde der Sand unterhalb der Abbruchkante wegtransportiert, sodass es zu Einbrüchen kam. Diese sind offenbar an den Rippelbergen ausgeprägter als an den Rippeltälern. Wegen der harmonischen Form der Abbruchkante vermute ich, dass die an diesen Stellen indizierten Luftwirbel ausschlaggebend für eine größere Einbuchtung am Ort der Rippelberge verantwortlich sind.


*Lewis Carroll. Alice hinter den Spiegeln.

 

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Diskussionen

3 Gedanken zu “Wind, Sand und Struktur

  1. ich weine nicht, ich lache und freu mich, so von weit, an dem wunderschönen Bild.

    Verfasst von gkazakou | 9. November 2018, 10:21
  2. Schrieb hier, aber mein Netz sagte ….PASS!

    Wollte nur sagen, daß die Bögen ganz unterschiedlich sind.
    Man könnte darüber philosophieren 🙂

    Verfasst von kopfundgestalt | 9. November 2018, 23:47

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