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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Abstrakte Kunst auf dem Teich

Was hier wie ein modernes Kunstwerk daher kommt, ist eine ganz natürliche Situation. Sie zeigt die spiegelnde Reflexion eines aus quadratischen Elementen bestehenden Zauns, die sich wie Millimeterpapier auf das leicht gewellte Wasser eines Teichs legen. Die Wellen selbst sind als solche kaum zu erkennen; sie ergeben sich indirekt aus den deformierten Spiegelungen im Vergleich zum ungestörten Muster des Zauns.
Schaut man genau hin, so erkennt man die Wellen auch ohne dies zumindest schemenhaft an den unterschiedlichen Blautönen des reflektierten Himmelslichts. Auch hier ist eine gewisse Strukturierung des Himmelblaus entscheidend: Da die horizontnahen Bereiche des Himmels meist ein helleres Blau als die zenitnahen Bereiche ausstrahlen, reflektieren die unterschiedlich geneigten Wellenflanken entsprechend ein unterschiedlich helles Blau.
Manche der vom Wasser spiegelnd reflektierten Zaunmaschen zeigen überdies einen weiß-gelben Glanz. Hier handelt es sich um Reflexe der gerade aufgegangenen Sonne an den Zaunmaschen, die ebenfalls im Wasser reflektiert werden. Interessanterweise sind es aber nicht dieselben Reflexe, die direkt vom Zaun ins Auge fallen (auf dem Foto nicht zu sehen).

Diskussionen

7 Gedanken zu “Abstrakte Kunst auf dem Teich

  1. Ein sehr schönes und durch deine Erläuterung wirklich bemerkenswertes Bild.

    Verfasst von puzzleblume | 5. Juni 2019, 00:42
  2. Wenn man’s nicht weiß, macht es nicht heiß 🙂

    Verfasst von kopfundgestalt | 5. Juni 2019, 01:06
  3. fantastisches Foto wieder!

    Verfasst von gkazakou | 5. Juni 2019, 08:50
  4. Kann es auch ein bisschen weniger sein, meinte die Metzgerfrau (sinngemäss)…
    Es steckt soviel Physik manchmal in banalen An- und Draufsichten, daß es einem ungebübten Beobachter ganz schön schwindlig werden kann.

    Schönen Morgengruß
    Gerhard

    Verfasst von kopfundgestalt | 9. Juni 2020, 09:41
  5. Ich würde sagen, man kann es physikalisch aber auch anders, z.B. künstlerische, poetisch u.ä. sehen. Mein Anliegen ist es, auf die physikalischen bzw. naturwissenschaftlichen Aspekte in alltäglichen Situationen hinzuweisen und seien sie noch so profan. Ich versuche vorsichtig vorzugehen, um nicht alte Vorurteile gegen die Physik, die oft noch aus dem eigenen Physikunterricht stammen, zu bestätigen. Das ist eine Gratwanderung… Wenn dir schon schwindelig wird, wie soll es dann erst anderen ergehen 😉

    Verfasst von Joachim Schlichting | 9. Juni 2020, 11:13

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