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Physik im Alltag und Naturphänomene

Insekten als Pollentransporteure

Wie in einem rosaroten Himmelbett geht die Biene oder welches Insekt sich auch immer hinter dem mit Pollen eingemehlten Outfit verbergen mag, seiner Aufgabe nach. Den Eindruck es mit einem feinen Mehl zu tun zu haben, müssen auch schon die ersten Biologen gehabt haben, die die Pollen benannten. Denn Pollen heißt auf lateinisch sehr feines Mehl, was auf dem Foto auch noch farblich unterstrichen wird. Während jedoch Mehl aus unregelmäßigen Fragmenten besteht, die aus einen Mahlvorgang hervorgehen, haben die Blütenpollen eine oft eindrucksvolle und ästhetisch ansprechende Struktur. Immerhin enthalten sie die männlichen Keimzellen, die dann – in diesem Fall durch Insekten – zu den weiblichen Empfangsorganen gebracht werden, um die Bestäubung und die anschließende Befruchtung zu ermöglichen. Das konnte man zur Zeit der Namensgebung jedoch noch nicht wissen. Mikroskope gibt es erst seit dem 17. Jahrhundert.
Dass die Pollen das Insekt großflächig bedecken heißt nicht, dass es klebrig oder feucht ist. Vielmehr können elektrostatische Kräfte eine Rolle spielen. Denn häufig sind Pollen elektrisch geladen und fliegen nur so auf die nichtsahnenden (?) Insekten. Interessanterweise verfügen viele Blütenpflanzen über eine Elektrosensorik, d.h. sie können elektrische Felder detektieren und erzeugen. So nehmen sie beispielsweise die Ankunft von Pollen wahr, selbst dann, wenn sie noch an den Insekten anhaften.
Als ich das Tierchen entdeckte, erschien es in seinen Bewegungen so, als hätte es eine schwere Bürde zu tragen. Aber das sieht nur so aus. Pollen sind äußerst leicht, sie wiegen meist weniger als ein Millionstel Gramm und haben eine Größe von 20 bis 60 Mikrometer, also 20 bis 60 Tausendstel Millimeter. Auch wenn es viele sind, das Insekt wird dadurch kaum schwerer.

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Diskussionen

14 Gedanken zu “Insekten als Pollentransporteure

  1. „Interessanterweise verfügen viele Blütenpflanzen über eine Elektrosensorik, d.h. sie können elektrische Felder detektieren und erzeugen. “
    Das erinnert mich an etwas vor Jahren Gelesenes, nämlich daß Insekten, etwa Wildbienen, über Spannungsunterschiede spüren, ob eine Blüte genug Nektar hat oder nicht. Sonst würden sie ja unnötig viel Blüten anfliegen. Schon beim Erledigen des einzelnen Nektardrunks müssen sie ja wissen, WO es weitergeht und das ist nicht immer die am nächsten befindliche Blüte. Beim Loslösen aus dem Blütenschlauch erkennt man schon als Fotograf die Ausrichtung auf das nächste Ziel.

    Leider kann man wohl nicht erforschen (oder doch), wie es dazu kam, daß Lebewesen (und seien es nur Einzeller gewesen) elektrische Felder nutzen konnten. Geht das letztlich auf Physik im atomaren Bereich zurück?

    Verfasst von kopfundgestalt | 5. Juli 2019, 11:18
  2. Wieder etwas gelernt, vielen Dank!

    Verfasst von ch | 20. Juli 2019, 11:29

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