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Marginalia

Begegnung mit alten Bekannten

Dies ist ein Kartoffelkäfer, einer von sehr vielen, die wir während einer Wanderung beim Überqueren einer Landstraße begegneten. Offenbar waren sie auch auf Wanderschaft.
Ich kenne die Käfer aus meiner Kindheit. Dort habe ich sie und ihre rotwurmigen Larven von den Kartoffelfeldern abgesucht und in einem verschließbaren Glas gesammelt. Je nach Menge der Käfer, gab es dann ein paar Groschen. Was der Bauer mit ihnen machte, wollte ich damals lieber nicht wissen.
In diese Zeit fühlte ich mich zurückversetzt und sagte ziemlich spontan zu meinem mitwandernden Freund, dass hier  ein Biobauer in der Nähe sein müsse. Ich hatte es kaum ausgesprochen, als wir auch schon ein Schild am Rande des Feldes erblickten, der auf den Biohof hinwies.
Die anderen Bauern halten ihre Felder mit Pestiziden kartoffelkäferfrei. Ich frage mich, wie die Biobauern sich heute der Kartoffelkäfer erwehren. Offenbar gelang es diesem Biobauern die Käfer massenweise in die Flucht zu schlagen. Wie sonst wäre der selbstmörderische Massenexodos der Käfer über eine Autostraße vom Kartoffelfeld weg zu erklären?

Zur abenteuerlichen Geschichte des Kartoffelkäfers gibt es übrigens einen interessanten Wikipedia-Beitrag.

Diskussionen

12 Gedanken zu “Begegnung mit alten Bekannten

  1. Sieeht aus wie Obellix. Ein strammer Bursche. Vielleicht hat drr Biobauer ihm erzählt, dass es in der Gegend Römer gibt, die er verhauen darf?

    Verfasst von gkazakou | 25. August 2019, 00:08
  2. Ich halte meine Grundstücksgrenze stupend stumpfsinnig auf mechanische Weise von zuviel Unkraut frei.
    Um mich rum wird gesprüht.
    Diese meine Arbeit kostete mich eine Stunde pro Monat. Nicht zuviel. Ob die Nachbarn mitleidig gucken?

    Verfasst von kopfundgestalt | 25. August 2019, 00:33
  3. Seltsam, dass es heute so in Vergessenheit geraten ist: früher, bevor man eine Schat Kinder durch die Felder schickte, umpflanzte man Kartoffelfelder mit dichten Reihen von Rainfarn, der giftig genug ist und unangenehm genug riecht, um zumindest einen grossen Teil der Käfer fernzuhalten. Aber dazu müsste man ja Feldflächen „opfern“ und das will ja so gut wie niemand, es sei denn die EU zahlt dafür. Bezahlt werden aber nur sogenannte Blühstreifen, die in der Regel weder aus heimischen Pflanzen bestehen, noch von Bestand sind.

    Verfasst von puzzleblume | 26. August 2019, 13:57
    • Stimmt, daran kann ich mich auch noch erinnern. Und auch daran, dass ich – auch heute noch – den Geruch des Rainfarns gar nicht so schlimm fand wie die anderen Kinder. Der Rainfarn macht sich übrigens bei der Trockenheit ganz gut. Auch dass die Bauern – ich wohne ja zwischen drei großen Höfen – dann etwas tun, wenn dafür bezahlt wird, ist mir inzwischen aufgegangen. Nachdem ich mich gewundert hatte, dass ein großes Feld mit Insektennahrung (Phazelia und Co.) bestellt wurde, erfuhr ich von dem entsprechenden Bauern selbst, dass er bei der Trockenheit finanziell damit besser dran ist, als wenn er Weizen gesät hätte.
      Was die Blühstreifen betrifft, so bin ich seit zwei Jahren aktiv geworden und habe im Frühjahr Klatschmohn an den Feldrändern ausgesät. Mit Erfolg, obwohl die anspruchslose Blume es auch in diesem Jahr wieder sehr schwer hat. Es ist für mich gar nicht so einfach genügend Samen fürs nächste Jahr zu sammeln. Die Samenbehälter sind einfach zu klein und teilweise vom Wind bereits geleert.
      Ob der Bauer, der sein Maisfeld mit Sonnenblumen berandet hat (ich berichte kürzlich https://hjschlichting.wordpress.com/2019/08/23/selbst-die-sonnenblumen-wenden-sich-ab/ davon), von rein ästhetischen Gesichtspunkten geleitet wurde?

      Verfasst von Joachim Schlichting | 26. August 2019, 18:02
      • Deine Klatschmohn-Aktion finde ich sehr gut, denn wo Blühstreifen angelegt wurden, werden sie meist mit der Erntezeit ebenfalls gemäht und sogar untergepflügt und die darin enthaltenen Pflanzen können und sollen auch absichtlich den Winter bei uns nicht überstehen, und dann gehört dein Mohn glücklicherweise zu denen, die das eben doch können und sogar die offene Erde brauchen.
        Sonnenblumen und bunte Streifen um Maisfelder haben in der Landwirtschaft ganz offiziell zwei Funktionen: zum Einen werden sie gefördert, und zum Zweiten dienen sie der „Mais-PR“, weil nämlich der Freizeitmensch durch die bunte Behübschung der grünen Monotonie mit der Vermaisung der Landschaft versöhnt werden kann. Ausserdem dienen Sonnenblumen dem Wildgeflügel als Schutz und Nahrungs-Angebot, bis zur Ernte wenigsten.

        Verfasst von puzzleblume | 26. August 2019, 19:53
      • Danke für die zusätzlichen Informationen. Ich muss zugeben, dass uns die fröhlichen Blicke der Sonnenblume in der Tat ein wenig über die elendig langen Maisfelder hinweggetröstet haben. Insofern hat uns die PR-Aktion zumindest ein wenig milder gestimmt und dazu geführt, dass wir uns nicht das Maul über den Mais und seine negativen Aspekte zerrissen, sondern über die Anordnung der Sonnenblumensamen (Fibonacci-Spiralen und Co.) gesprochen haben.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 26. August 2019, 21:00
      • Wenn der Mais sowieso angebaut wird, ist es dennoch eine sinnvolle Ausgleichs-Dreingabe,

        Verfasst von puzzleblume | 26. August 2019, 21:17
      • Das stimmt – zumindest pragmatisch gesehen. 🙂

        Verfasst von Joachim Schlichting | 26. August 2019, 22:05

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