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Physik im Alltag und Naturphänomene

Ein Schauspiel mehrerer Hole-punch Clouds vor dem abendlichen Fenster

Vorgestern Abend  konnte ich vom Fenster meines Arbeitszimmers aus ein seltsames Himmelsschauspiel beobachten. Der Himmel war von einer Altocumulus stratiformis Bewölkung bedeckt und öffnete sich an einer Stelle, wobei eine strähnenförmige Wolke aus dem entstehenden Wolkenloch herauszuströmen schien (oberes Foto). Ich wurde an das bereits früher beobachtete Phänomen, der sogenannten Hole- punch Cloud, erinnert und ich vergewisserte mich bei der Wetterexpertin Claudia Hinz, dass ich mich nicht täuschte. Wie dort bereits beschrieben fällt die bizarre Wolkenformation gewissermaßen aus dem gleichzeitig entstehendem und – wie ich diesmal über eine längere Zeitspanne beobachten konnte – sich vergrößerndem Loch auf die Erde. Sie erreicht diese jedoch nicht, weil die Eiskristalle, aus der sie besteht, vorher sublimieren, also in Wasserdampf übergehen.
Wie ich erst beim Fotografieren feststellen konnte, blieb es nicht bei der einen Hole-punch Cloud (untere Fotos rechts). An mindestens drei weiteren Stellen war die Wolkendecke nicht nur aufgerissen, sondern zeigte die typischen Fallstreaks. Dadurch wird einmal mehr die gut begründete Vermutung unterstützt, dass Flugzeuge Auslöser dieses Phänomens sind. Denn diese Region ist von Flugzeugen frequentiert, wovon man sich am Tage überzeugen kann. Mit der Zeit veränderte sich das Geschehen am Himmel. Die „Löcher“ wurden größer und das gesamte System driftete auseinander. Etwa 45 Minuten nach meinen Beobachtungen bot sich mir der im unteren linken Foto dargestellte Anblick. Eine überdimensionale Fallstreak-Formation beherrschte das Geschehen. (Zur Vergrößerung auf Bilder klicken!)
Fazit: Man sollte doch öfter seinen Blick vom elektronischen Fenster weg durch das reale Fenster hinaus richten. Wie ich schon öfter feststellen konnte, fallen hier die wunderbaren Dinge nicht nur sprichwörtlich, sondern wie in diesem Fall ganz real vom Himmel.

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Diskussionen

16 Gedanken zu “Ein Schauspiel mehrerer Hole-punch Clouds vor dem abendlichen Fenster

  1. von Flugzeugen ausgelöst? Hm. Und sie regnen sich nicht ab? ich frag so dumm, weil ich mir Gedanken mache über die Wolken hier, die sich auch anders verhalten, als ich es erwarten würde. Erstens gibt es Wolkenformationen, die ich von früher so nicht zu kennen meine, zweitens regnen die riesig aufgeblasenen und gewaltig düster wirkenden Wolkenwände, die hier manchmal aufziehen, dann nicht, wie zu wünschen wäre, ab, sondern lösen sich auf.
    So tas wie das lletzztee olkenbild habe ich hier allerdings noch nicht gesehen.

    Verfasst von gkazakou | 7. Oktober 2019, 00:12
    • Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Phänomen von Flugzeugen ausgelöst wird, ist sehr groß. So hat man derartige Ereignisse vor dem Auftreten der Flugzeuge nie beobachtet – jedenfalls gibt es keine Beschreibung von den doch sehr auffälligen Hole-punch Clouds. Ob diese etwas mit deinen Beobachtungen zu tun haben, kann ich nicht beurteilen. Ich kann aber bestätigen, dass ich insbesondere in diesem Jahr oft bedrohliche Wolkenformationen gesehen habe, von denen ich sicher war, dass sie sich abregnen würden. Aber auf dem Boden kam nie etwas an. Jaja, die Wolken sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 7. Oktober 2019, 09:28
      • ah, auch bei euch regnen sie nicht ab. Ich kkann mich des leisen Verdachts nicht erwehren, dass es künstlich hergestellte Gebilde sind .. aber so weit ist das geoingeneering wohl noch nicht gediehen – oder?

        Verfasst von gkazakou | 7. Oktober 2019, 12:29
      • Bei den Hole-punch Clouds habe ich ein gutes Gefühl. Es sind natürliche Vorgänge, auch wenn sie wohl durch Flugzeuge ausgelöst werden. Und da es Eiskristalle sind, der herabrieseln, so haben sie ganz natürlicherweise keine Chance aus der Höhe die Erde zu erreichen, weil sie vorher verdampfen.
        Auch wenn man auf der Hut sein muss, was die künstlichen Möglichkeiten technischer Einflussnahme betrifft, so ist die Gefahr Verschwörungstheorien aufzusitzen auch nicht leichtfertig von der Hand zu weisen. Ich wundere mich immer über Menschen, die ihr Smartphone wie selbstverständlich handhaben und das Internet für die Verbreitung ihrer Ideen nutzen, die Ergebnisse der Naturwissenschaften leugnen, die diese Dinge hervorgebracht haben…

        Verfasst von Joachim Schlichting | 7. Oktober 2019, 12:43
      • das sei fern von mir …. Jedoch: Geoingeneering bezieht sich ja auf von Wissenschaft abgeleitete Technologien, ich verfolge gelegentlich entsprechende Veröffentlichungen, und sie hat mit Verschwörungstheorien erst mal gar nichts zu tun. Immer wieder wird dort die Frage gestellt, ob durch Eingriffe ins Wettergeschehen die Wirkungen des Klimawandels aufgefangen werden können, und natürlich gibt es für solche Fragen großes Interesse – sehr unterschiedliche Antworten und Forschungsgelder für Experimente etc pp. Auch über Wettermanipulation als Kriegswaffe wurde schon ganz offen diskutiert (vergl .https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwiG0ZeRlYrlAhUJiVwKHYAFDiwQFjAAegQIBBAB&url=https%3A%2F%2Fusacontrol.wordpress.com%2F2012%2F07%2F20%2Fwetter-als-waffe%2F&usg=AOvVaw3JaOhamVr99ahMq6cenDSW

        Drum fragte ich dich, ob du mehr darüber weißt.

        Verfasst von gkazakou | 7. Oktober 2019, 14:43
      • Geoengineering ist mir schon ein Begriff, auch wenn darunter viele einander teilweise widersprechende, sinnvolle und weniger sinnvolle Aktivitäten verstanden werden. Alles was dem Klima nützt, finde ich an sich gut. Ich frage mich manchmal nur, ob man die Nebenwirkungen mancher Projekte im Griff hat. Wenn die nämlich schlimmer sind als die positiv gedachten Hauptwirkungen, ist uns wieder nicht geholfen. Außerdem glaube ich kaum, dass die Größenordnung nötiger Maßnahmen überhaupt erreicht werden kann. Wenn in China – wie zu lesen ist – tausend neue Kohlekraftwerke gebaut werden, kann man alles andere getrost vergessen.
        Im Übrigen bin ich skeptisch, weil der Zustand, in den wir hineingeraten sind, ja nicht das Ergebnis eines dummen Unfalls ist, sondern sehenden Auges in Kauf genommen wurde und weiterhin wird. Nahezu alles, was der Club of Rome 1972 in „Die Grenzen des Wachstums“ an negativen Folgen vorhergesagt hat, ist eingetreten. Ich war damals noch als Student so naiv zu glauben, dass nun wo man es erkannt hat, ein Umdenken stattfinden würde. Stattdessen ist genau das Gegenteil eingetreten: Wachstum, Wachstum war die Devise und heute ist das Wachstum in der Wirtschaft alles andere als negativ konnotiert.
        Danke für den Link. Ich werde mir das in Ruhe durchlesen…

        Verfasst von Joachim Schlichting | 7. Oktober 2019, 16:40
  2. Du hattest schon mal was ähnliches in Zusammenhang mit Flugzeugen beschrieben, erinnere ich mich.
    Zu Anfang meines Bloggerdaseins schaute ich öfters in den Himmel und konnte zwei Reinigungsmacherfrauen des nahen Hotels beim Rauchen sogar auf eine merkwürdige Himmelssituation aufmerksam machen.

    Verfasst von kopfundgestalt | 7. Oktober 2019, 00:44
    • Du erinnerst dich recht, den früheren Beitrag mit der Erklärung habe ich sogar mit dem aktuellen verlinkt. Man sollte wirklich öfter in den Himmel schauen. Zum Glück blicke ich von meinem Schreibtisch aus auf ein freies Feld mit großem Himmelsausschnitt und immer wenn mir nichts mehr einfällt, blicke ich in den Himmel und erlebe oft wie sich meine Gedanken in den Wolken verhaken…

      Verfasst von Joachim Schlichting | 7. Oktober 2019, 09:33
      • Zwar ist dieses Phänomen harmlos zu nennnen, aber der Mensch drückt überall seinen Stempel auf, ob am Himmel, ob in den Meeren (versifft mit Plastik) oder am Boden oder im Weltraum mit den Überresten der Satelliten.

        Den verlinkten Artikel vom Dez 2018 muß ich nochmal lesen, danke.

        Verfasst von kopfundgestalt | 7. Oktober 2019, 09:52
      • Das mit dem Stempel ist offenbar unabwendbar, wenn die Verursacher eine bestimmte Anzahl überschreiten…

        Verfasst von Joachim Schlichting | 7. Oktober 2019, 10:10
      • Das ist auch bei geringer Anzahl so.
        Das Max-Planck-Institut in Jena zeigte auf, daß schon in Vorzeit großflächige Sünden begangen wurden.

        Verfasst von kopfundgestalt | 7. Oktober 2019, 10:44
      • Das ist wohl war. Man denke nur an die Abholzung des Apennin durch die Römer oder der Wälder Nordafrikas… Aber ab einer bestimmten Bevölkerungsdichte erlangt die Problematik eine Zwangsläufigkeit… Ich kann nur immer wiederholen: In einem endlichen System können nicht unendlich Wachstumsprozesse stattfinden.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 7. Oktober 2019, 10:59
  3. Noch nie zuvor gesehen. Schon ein erstaunliches Fänomen.
    Dankeschön fürs Erklären 🙂
    LG Lu

    Verfasst von finbarsgift | 7. Oktober 2019, 09:18

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