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Physik im Alltag und Naturphänomene

Goldene Schneefelder im Nordpolarmeer

Dieses Foto entstand bei einem Flug von Frankfurt nach Fairbanks (Alaska) aus der typischen Reiseflughöhe von ca. 10 km mit Blick auf das Nordpolarmeer. Die nahezu selbstähnliche Struktur der driftenden Eisschollen habe ich in der  Erklärung zum Rätselfoto des Monats November 2013 beschrieben. Aufgefallen war mir die goldene Struktur am oberen linken Bildrand. Es handelt sich um Schneefelder auf einigen der größeren Eisschollen, die hier in allen Größenordnungen dicht an dicht driften. Die goldene Färbung kommt dadurch zustande, dass die Sonne bereits sehr tief steht und in sattem Gelb dem Horizont zustrebt. Die Schneeverwehungen reflektieren das Licht. Und da Schnee so gut wie alle Wellenlängen des Lichts diffus reflektiert – daher das vertraute Weiß – wird die Farbe des Sonnenlichts kaum verändert.
Daraus dass das Licht auf einer verhältnismäßig großen Fläche reflektiert wird und ähnlich wie auf dem welligen Wasser eine Art Schwert der Sonne bildet, kann man schließen, dass das Schneefeld durch Verwehungen eine wellenartige Struktur aufweist. Nur dadurch war es möglich, dass ich das reflektierte Sonnenlicht nicht nur an einer Stelle (Einfallswinkel = Reflexionswinkel) sah, sondern auch noch in der Nähe. Offenbar waren derartige Bedingungen auf den Nachbareisschollen nicht gegeben. Das dort reflektierte Licht erreichte nicht mein Auge bzw. das Objektiv der Kamera.

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Diskussionen

11 Gedanken zu “Goldene Schneefelder im Nordpolarmeer

  1. Vielleicht sollte ich auch öfters den Platz am Bugfenster buchen und nicht dem am Gang. Leider würden es mir aber meine Beine nicht verzeihen 😉

    Verfasst von kopfundgestalt | 9. Februar 2020, 07:47
  2. Leute denkt an euren ökologischen Fussabdruck, sonst ist es mit dem Eis so eine Sache, also weg vom Flugfenster und rauf auf die Beine😉

    Verfasst von aquasdemarco | 9. Februar 2020, 11:06
  3. Wow, ich hätte nie gedacht, dass das ein Foto aus 10Km Entfernung ist !

    Verfasst von Myriade | 9. Februar 2020, 22:54
    • Weil man mit den Strukturen nicht so vertraut ist, hat man keinen rechten Maßstab für die Einschätzung der Entfernung. Mir wurde auch erst klar, dass die kleinen blauen (türkisfarbenen) Flecken Süßwasserseen von beachtlicher Größe sind, als ich Fotos sah, die vor Ort gemacht wurden.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 10. Februar 2020, 08:48

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