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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Pi – endlos und musterlos, aber perfekt rund

Wie schon in den Vorjahren möchte ich auch diesmal am Pi-Tag an das π erinnern (3.14 nach amerikanischer Schreibweise). Diesmal mit einem Zitat aus Ulrike Draesners Roman Vorliebe.

Da half nur π. Stellen 1 – 752. Den offiziellen π-Weltrekord hielt ein Chinese. Intensives Zahlenverhältnis. Sie würde ins Guinness-Buch der Rekorde lieber eingehen mit einem Rekord beim Essen. Oder Küssen.
Ganz der falsche Gedanke.
Rasch zwang sie sich zu dem Chinesen zurück. 67890 π-Stellen hatte der Mann am 20. November 2005 in einer Zeit von 24 Stunden und 4 Minuten fehlerfrei aufgesagt. Zahlen hatte sie schon immer gemocht, Zahlen waren endlos, egal, ob real oder imaginär, man erfand sie, schon folgte ihnen die Wirklichkeit. Vor allem aber hingen sie immer zusammen, stets war eine Regel denkbar, die Zahl x an Zahl y band.
π. Endlos, musterlos, schlimmer als der Kosmos, perfekt chaotisch, perfekt rund.*


*Ulrike Draesner. Vorliebe.  München 2012, S. 49

Diskussionen

17 Gedanken zu “Pi – endlos und musterlos, aber perfekt rund

  1. Kann man sagen, wann bei pi die erste 0000000000 auftaucht?
    Regelmässigkeiten gibt es ja eh in pi nicht.

    Ein wundersames Spiel, die Mathematik, von dem Normalsterbliche nichts wissen können.

    Im Schach gibt es auch mathematische Probleme.
    Ein sowjetrusse forschte 20 Jahre an einer Lösung eines speziellen “ schachproblems“. Er schaffte nur eine sogenannte halblösung.
    Jemand anderes fand dann vor etwa 10 Jahren gleich drei echte Lösungen in nur einem Jahr!!

    Verfasst von kopfundgestalt | 14. März 2020, 00:55
    • Man kann es offenbar nur ausprobieren und in der Menge der Nachkommazahlen, die bislang berechnet worden sind nachschauen, ob die und die Zahlenreihe vorkommt oder nicht. Ja, Mathematik ist schon etwas Faszinierendes. Aber sind nicht auch Kreis und Kugel faszinierende Objekte und hängt die Faszination des einen mit dem anderen nicht unmittelbar zusammen?
      Im Schachspiel spürt man auch ein wenig davon. Selbst das alte Problem der Verdopplung der Reiskörner auf den Feldern des Schachbretts, die mich schon als Schüler etwas von der Mächtigkeit der Mathematik spüren ließ, gehört dazu.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 14. März 2020, 10:08
      • Ein Kreis, der sich rundet und bei dem es weder Anfang noch Ende gibt 😀
        Meine keramische kusszahl liegt immer noch im Garten.

        Bzgl. Des Schachspiels: n Damen schlagfrei auf einem nxn- Brett aufstellen, da meinte ein befreundeter Mathematiker vor 40 jahren, die Lösungen müssten abnehmen. Heute ist man bei n=23 und man weiss, sie wachsen exponentiell.

        Verfasst von kopfundgestalt | 14. März 2020, 11:00
      • Das hört sich gut an „Meine keramische kusszahl liegt immer noch im Garten“. Die keramischen Küsse sind jedenfalls nicht ansteckend. 😉
        Bei exponentiellen Wachstum streikt unsere Anschauung schon bei relativ überschaubaren n.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 14. März 2020, 11:32
  2. Unglaublich die Leute, die Pi auf über 60 Tausend Stellen auswendig hersagen können!!
    Herzliche Morgengrüße vom Lu

    Verfasst von finbarsgift | 14. März 2020, 07:58

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