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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Unter die Räder gekommen…

… oder vom sang- und klanglosen Verschwinden.

Der streifende Lichteinfall der tiefstehenden Sonne brachte die Asphaltstraße kurz vor Ihrem Verschwinden zu einem Aufleuchten, das meine ganze Aufmerksamkeit auf sich zog. Dabei traten ansonsten leicht übersehene Dinge in den Blick wie diese ebenfalls im Verschwinden begriffene Andeutung eines Pappelblatts – Überbleibsel vom letzten Herbst. Mit dem Verschwinden der Sonne hinter dem Horizont, verschwand das Blattgerippe nun auch vollends. Am nächsten Tage und danach fand ich es nicht wieder…

 

 


Diskussionen

16 Gedanken zu “Unter die Räder gekommen…

  1. Solche Phänomene scheint jeder mal erlebt zu haben – denke ich.
    „Mikroskopisch“ muss es ja noch vorhanden gewesen sein, aber vermutlich jetzt unterhalb einer Schwelle, bei der Mensch noch etwas sehen kann.
    Damit vergleichbar ist AUCH ein Geruch, der plötzlich stark und fast unangenehm spürbar wird, der aber keine äussere Ursache zu haben scheint. Ein Geruch wie aus längst vergangenen Tagen.

    Verfasst von kopfundgestalt | 26. April 2020, 00:37
    • Die Materie bleibt in der Tat erhalten. Die „Form“ geht verloren. Das führt zu der m.E. unbeantworteten und wohl auch unbeantwortbaren Frage: Was ist die Form? Was macht ein Lebewesen oder auch nur ein Blatt aus, wenn man von der Materie absieht?

      Verfasst von Joachim Schlichting | 26. April 2020, 12:54
      • Da sind Physiker gefragt!!

        Was sind die Grundbausteine der Matereie? Irgendwelche Strings?

        Der Laie würde zu „Form“ sagen: Das, was das Auge bzw. Gehirn dazu erklärt. Manche Formen werden ja auch falsch wahrgenommen, weil das Gehirn getäuscht wurde.

        Verfasst von kopfundgestalt | 26. April 2020, 14:23
      • Die Frage beruht auf der Erfahrung, dass alles Zusammengesetzte aus Grundelementen besteht. Die Physik – beginnend bei den alten Griechen – hat stets nach solchen Elementen und ihren Grundbausteinen gesucht und dabei bis heute erfahren müssen, dass es immer wieder neue gibt, sodass es wohl DEN Grundbaustein in diesem Sinne gar nicht gibt. Ob die Strings da eine Alternative sind, wird sehr kontrovers diskutiert. Für unsere Anschauung genügt es m.E. in dem jeweils speziellen Kontext zu wissen, eine Gemeinschaft von Menschen vereinbart. Bei einem Haus ist es etwa der Ziegel, bei der Schrift sind es die Buchstaben usw. Letztlich ist es ohne theoretischen Hintergrund fast beliebig, was als Grundbaustein angesehen wird und was nicht…

        Verfasst von Joachim Schlichting | 26. April 2020, 20:36
      • Lebewesen wurden sukzessiv immer erfolgreicher im Daseinskampf. Waren es zu Anfang vielleicht rein physikalische und chemische Gestimmtheiten, die Einzeller mit Stoffen ect. zueinander führten, wurden die Detektionen des drumherum und des Selbst zunehmend immer komplexer. Die Lebewesen brauchten dann zunehmend „Bilder“, um sich gut zurecht zu finden. Also Formen letztlich.
        Unser Gehirn stellt diese nun jedenfalls zufriedenstellend her, kaum je, daß man sich auf einen Tisch auflehnt und der nur eine Wolke ist.

        Verfasst von kopfundgestalt | 26. April 2020, 21:06
      • Ja, ich denke auch, dass das wohl ein wesentlicher Aspekt der Evolution des Lebens nach heutiger Auffassung ist.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 26. April 2020, 21:37
  2. Aber das Foto, das ist toll.
    Liebe Grüße, schönen Sonntag
    Christiane 😁👍

    Verfasst von Christiane | 26. April 2020, 09:14
  3. Bin mal wieder begeistert von deinem Blick auf dies Diffundieren der organischen Struktur des Blattes mit dem Asphalt, das die tief stehende Sonne nur kurz an den Tag brachte,

    Verfasst von gkazakou | 26. April 2020, 10:26
    • Danke, liebe Gerda, das ist schön gesagt! Es sind so Momente, die man heutzutage, da die Kamera (in Form des Smartphone) fast immer dabei ist, zumindest auf diese Weise festhalten und mit anderen teilen kann. Es gab sie auch früher schon, aber da blieben sie allenfalls in der eigenen Erinnerung.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 26. April 2020, 11:07
      • Du fotografierst mit Smartphone? In dieser Schärfe? Benutzt du eine App?

        Verfasst von gkazakou | 26. April 2020, 12:02
      • Normalerweise fotografiere ich schon mit einer relativ guten Kamera. Aber wenn ich keine dabei habe, bleibt meist nur das Smartphone. Eine App habe ich nicht, ich weiß nicht einmal, was die beim Fotografieren verbessern könnte, aber für einfache Fotos (z.B. bei ebenen Objekten guten Lichtverhältnissen) machen Smartphonekameras erstaunlich gute Bilder.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 26. April 2020, 13:00
  4. Das Foto hat was. Während ich darauf blicke, warte ich richtig, dass irgendetwas mit dem Resten des Blattes geschieht – und ich weiß nicht einmal, was. Seltsam.

    Verfasst von das Licht | 26. April 2020, 10:45

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