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Marginalia, Physik und Kultur

Mächtige Landschaft

Vor dem blassen Dämmerhimmel,
den Gewölke, grau verworren,
fast schon jetzt zu Nacht verdunkeln,
steh ich, wie ich mich vom Armstuhl,
drin ich grad ein wenig ruhte,
aufgehoben, mit vom Schlafe
noch nicht ganz befreiten Augen.

Und das ungeheure Bild der
Landschaft, das mich so auf einmal
trifft, wie sie den Flügel ihrer
Wolken in die Nacht vorausreckt,
Wasser, Wälder, Berge so im
Schoss des eignen Schattens tragend,
hält mich lang noch wie im Traume.

Christian Morgenstern (1871 – 1914)

Diskussionen

2 Gedanken zu “Mächtige Landschaft

  1. Ist es Morgendämmerung oder Abenddämmerung auf deinem Foto?
    Das Wort Armstuhl in dem Gedicht Morgensterns gefällt mir. Es lädt ein, es dem Dichter gleich zu tun und sich auch ein wenig auszuruhen, ab und an. Man müsste ihn ständig mit sich führen können, diesen Stuhl.

    Verfasst von kopfundgestalt | 12. Juni 2020, 08:44
    • Manchen Worten wohnt in der Tat eine gewisse Magie inne. Armstuhl mit den von dir genannten Assoziationen gehört sicher dazu. Auf dem Foto ist die Morgendämmerung in der Krummhörn, einer Landschaft am Meer in Ostfriesland festgehalten.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 12. Juni 2020, 08:54

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