//
Marginalia

Feuerroter Mohn

In einer blauen Hügelwelt
Bei einer Amsel Sehnsuchtston
Ein großes, grünes Roggenfeld,
Und drinnen feuerroter Mohn.
Wie ein Laternlein jede Blüt,
Und brennen röter als der Tag.
Ein Augenblick hat da geglüht,
Der lang noch nicht erlöschen mag.

Max Dauthendey (1867 – 1918)

Diskussionen

2 Gedanken zu “Feuerroter Mohn

  1. Des Dichters Name war mir ein Begriff, wie der so mancher Künstler um die Wende zum 20. Jahrhundert.
    Ich wusste nicht, daß Dauthendey Würzburger war, also hier geboren und auch beerdigt wurde.
    Bei Wikipedia fand ich eine Charakterisierung von ihm zur NS-Zeit:
    „Gegenfüßler [der] nationalsozialistischen Weltanschauung“.
    Stärker kann man einen Menschen kaum abqualifizieren, als dass man ihn dort verortet, „wo die Rückseite der Erde ist.“

    Verfasst von kopfundgestalt | 17. Juni 2020, 10:45
    • Ja, das ist die alte Problematik inwiefern das Werk eines Künstlers, Poeten u.ä. unabhängig von dessen Gesinnung gesehen werden darf. Max Frisch hat einmal dazu geäußert: Gesinnug gibt es gratis (oder so ähnlich). Ich denke schon, dass man das differenzierter sehen sollte. Den Wikipedia Eintrag über Dauthendey hatte ich auch gelesen.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 18. Juni 2020, 13:05

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Photoarchiv

%d Bloggern gefällt das: