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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Welliges Wasser mit Pareidolie

An einem fließenden Bach zu sitzen kann sehr entspannend und wohltuend sein. Man hört das gleichmäßige Murmeln unterbrochen von einzelnen hellen Klängen, man sieht die Wellenmuster, die erst dadurch ihre eigene Form preisgeben, dass sie die Umwelt reflektieren, und nimmt den typischen Geruch wahr, der durch zerspringende Bläschen als Aerosole in der Luft verteilt werden…
Im vorliegenden Fall sah ich außerdem eine quasistationäre Figur. Sie wurde durch die Reflexion der schattigen Umgebung auf der zwar gewellten aber weitgehend glatten Oberfläche hervorgebracht und von mir als Abbild einer Person in einem langen Gewand wahrgenommen. Obwohl sie im fließenden Wasser gewissen Schwankungen unterworfen war, blieb sie als solche erkennbar. Das weist auf ziemlich stabile stationäre Vorgänge im Wasserstrom hin – zumindest für die Zeitdauer der Beobachtung -, die nur durch kleine Fluktuationen leichten Schwankungen unterworfen waren. Später sah ich auf dem Foto eine weitere winzige Person… Manchmal ist man halt empfänglich für Pareidolien.

Diskussionen

8 Gedanken zu “Welliges Wasser mit Pareidolie

  1. Gute Beschreibung solcher Plätscherbachvorgänge.
    Neues Wort, das mir sehr gefällt: „quasistationär“!
    Gruß von Sonja

    Verfasst von wildgans | 29. Juli 2020, 00:06
    • Danke, liebe Sonja! Ich fühle mich verstanden in meiner Vorliebe für kleine Fließgewässer.
      Herzlichen Gruß, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 29. Juli 2020, 09:26
      • Als Kinder spielten wir in einem solchen Bach, der „Obernau“ hieß, heute eine ähnlich benannte Talsperre! Außerdem habe ich einen lieben Freund, der Limnologe ist beim NABU und sich um solcherlei Gewässer u.a. kümmert!
        Schön, wenn überhaupt noch eine Art gutes Kommentarwesen stattfindet, nicht wahr!
        Gruß von Sonja

        Verfasst von wildgans | 29. Juli 2020, 10:20
      • Ja, Bäche üben auch heute noch eine große Faszination auf Kinder aus. Es muss wohl von etwas sehr Elementarem des fließenden Wassers ausgehen… Der NABU macht gute Arbeit!
        Viele Grüße, Joachim.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 29. Juli 2020, 12:39
  2. Wenn man nur lang genug schaut, dann taucht auch mal ein ganzer Kinofilm auf. Das einzige Problem dabei ist, dass die Erde nicht mehr ganz so lange dafür existieren wird. Und auch Menschen, die evtl. Kinofilme schauen könnten.

    Verfasst von kopfundgestalt | 29. Juli 2020, 00:16
  3. Wir Menschen haben wohl generell die Tendenz bekannte Muster an verschiedensten Stellen zu entdecken. Figuren und Gesichter in Wolken sind vielleicht am bekanntesten. Schatten geben auch oft schöne Dinge preis. Was nicht vollständig ist, wird durch die „Gestaltpsychologie“ eben ganz gemacht.Das finde ich schön und spannend!

    Beste Grüße,
    Syntaxia

    Verfasst von o)~mm | 31. Juli 2020, 19:20
    • Vermutlich ist das schnelle Erfassen von Mustern ein evolutionärer Vorteil und so wichtig, dass in Kauf genommen wird, dass auch „Fake-Muster“ dabei sind. Auf jeden Fall immer wieder schön, sich selbst dabei zu ertappen getäuscht worden zu sein.
      Gruß, Joachim

      Verfasst von Joachim Schlichting | 31. Juli 2020, 20:20

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