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Physik im Alltag und Naturphänomene

Mondphasen an Flugwarnkugeln


Manche Hochspannungsleitungen sind mit (meist orangefarbenen) Kugeln bestückt (Foto). Ich habe sie bislang vor allem an Autobahnen gesehen. Sie dienen vor allem dazu, tieffliegende Flugzeuge oder Hubschrauber zu warnen, weil die Seile selbst oft schwer zu erkennen sind. Das erklärt auch die Häufigkeit des Vorkommens an Autobahnen, wo mit Hubschraubern bei Rettungseinsätzen zu rechnen ist.
Als ich von einem Autobahnrastplatz wieder mal diese Flugwarnkugeln sah und einschätzen wollte, wie groß sie sind, fiel mir auf, dass sie Konkurrenz in Form des abnehmenden Mondes bekommen hatten (siehe Ausschnittsvergrößerung im unteren Foto). Noch eindrucksvoller als dieses zufällige Zusammentreffen völlig unterschiedlicher Kugeln war meines Erachtens, dass alle Kugeln vor den physikalischen Gesetzen gleich sind. Sowohl der Mond als auch die Warnkugel werden seitlich von der Sonne angestrahlt und aufgehellt, während der Rest im Dunkeln liegt.
Wer dieses Bild vor Augen hat, müsste eigentlich einen unmittelbaren Eindruck vom Zustandekommen der Mondphasen gewinnen, worüber oft völlig unklare Vorstellungen bestehen: Der Mond wird wie jede andere Kugel auch je nach Sonnenstand unterschiedlich angestrahlt. Dass man bei der Warnkugel auch noch den beschatteten Bereich als solchen erkennt, während das bei der Sonne nicht der Fall ist, kommt dadurch zustande, dass die Kugel nicht nur von der Sonne, sondern auch vom übrigen Tageslicht beleuchtet wird. Das ist für den 380 000 km entfernten Mond in Ermangelung einer Atmosphäre nicht der Fall. Doch es gibt Situationen, in denen auch die im Schatten liegende Seite des Mondes schemenhaft zu erkennen ist – nämlich dann, wenn der beschattete Bereich vom reflektierten Licht der Erde aufgehellt wird.
Die Flugwarnkugeln fand ich bislang immer auf dem obersten Seil, dem Erdseil, angebracht. Das Erdseil wird auch von rastenden Vögeln bevorzugt. Ohne weitere Hilfsmittel lässt sich die wahre Größe der Kugeln nur schwer einschätzen, weil vertraute Vergleichsmaßstäbe fehlen. Ich habe jedenfalls den wahren Durchmesser von etwa 60 cm völlig unterschätzt.

Diskussionen

4 Gedanken zu “Mondphasen an Flugwarnkugeln

  1. 60 cm, das ist massiv!

    Gut auch, daß man weiß, daß der Mond tatsächlich eine Rückseite hat. Dank der Spende des Lichts von der Erde.

    Verfasst von kopfundgestalt | 15. August 2020, 00:26

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