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Physik im Alltag und Naturphänomene

Stillleben mit zwei Kieselsteinen oder Strukturbildung am Strand

So still wie es auf dem Foto erscheint war es nicht, als ich bei Sonnenuntergang diese ästhetisch ansprechende und physikalisch interessante Aufnahme machte. Denn die Steine liegen am leicht geneigten Meeresufer im Einflussbereich der ein- und auslaufenden Meereswellen.
Indem sie dem fließenden Wasser einen Widerstand entgegensetzen, beeinflussen sie die Strömung und führen zu einer interessanten Struktur. Das von oben zurückströmende Wasser wird um die Steine herum gezwungen und dabei beschleunigt. Es geht also etwas turbulenter zu, dass Sand mitgerissen wird und eine Vertiefung entsteht. Hinter den Steinen vereinigen sich die Strömungen und werden wieder langsamer. Dadurch sedimentiert der mitgerissenes Sand.
Weil der Sand an diesem Strand aus einer Mischung aus leichten hellen und schweren schwarzen Körnern besteht, setzen sich als erste die schwarzen Körner ab und hinterlassen eine entsprechend eingefärbte Spur, die durch lokale Verwirbelungen beeinflusst wird.

Auch optisch ist die Situation interessant. Das von rechts einfallende rötliche Licht der tiefstehenden Sonne gibt dem an sich weiß-schwarzen Sand einen leichten roten Teint. Ähnlich ergeht es der der Sonne zugewandten Seite des rechten Steins. Alles was im Schatten liegt nimmt jedoch eine leicht blaue Färbung an. Bei den schwarzen Steinen ist dies sehr deutlich. Auch der Schatten, den sie werfen ist leicht bläulich. In diesen vom Sonnenlicht nicht beleuchteten Bereichen wird allein das blaue Himmelslicht reflektiert. Der Kontrast macht den Unterschied sehr deutlich.

Diskussionen

4 Gedanken zu “Stillleben mit zwei Kieselsteinen oder Strukturbildung am Strand

  1. Die Sonne scheint von rechts einzufallen nicht von links?!

    Verfasst von kopfundgestalt | 6. September 2020, 11:52
  2. Du hast natürlich recht(s). Danke für den Hinweis! Ich freue mich immer über so aufmerksame Leser, wie du einer bist. 🙂

    Verfasst von Joachim Schlichting | 6. September 2020, 12:34
  3. Was Wind, Sand, Wasser und Licht in Verbindung mit Störquellen für Schönheit hervorbringen, ist eine schier unerschöpfliche Quelle für Entdeckungen.
    Vor zwei Jahren auf Juist zum Beispiel dies (wenn du magst):
    https://ulerolff.wordpress.com/2018/08/30/nix-als-sand/?preview=true

    Verfasst von Ule Rolff | 7. September 2020, 13:17

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