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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein – trotz Hochspannung

 


Wie das kleine Schwein von F.K. Wächter kann ich nur sagen: Toll! Hier führt eine Hochspannungsleitung direkt durch eine Stadt. Wenn man unter dieser Leitung steht, kann man Geräusche hören, die von den Drähten ausgehen und witterungsbedingt unterschiedliche Töne von sich geben. Als ich diesen Tönen auf der Spur unter einer solchen Leitung stehe, höre ich ein metallisches Klappern, was hier eigentlich nicht hingehört. Bei genauerem Hinsehen entdecke ich in luftiger Höhe eine Person an dem Mast werkeln. Mit bloßem Auge ist nicht zu erkennen, was dort vor sich geht.
Also schieße ich ein paar Fotos und schaue mir in lebhafter Erinnerung an den Kultfilm „Blow up“ das Geschehen zu Hause am Bildschirm genauer an. Demnach ist der Mann dabei schätzungsweise 15 bis 20 cm lange Stangen zu montieren, die außen mit einem Kopf versehen sind und von unten bis zur Höhe des Mannes reichen. Dort ist die Serie unterbrochen und er ist gerade dabei mit dem passenden Werkzeug die nächste Stange anzubringen. Direkt über ihm ist ein Loch in der Konstruktion zu sehen – vermutlich vorgesehen für die nächste Stange.
Oberhalb des Mannes fehlen einige Stangen – es scheint so, als sei er dabei diese anzubringen.
Es bleiben aber einige Fragen: Wie ist er in diese luftige Höhe gelangt? Ist er vielleicht – diese Stangen als Leiter benutzend – an ihnen aufgestiegen?
Hat er diese „Treppe“ von unten beginnend eigenhändig installiert?
Wie dem auch sei, der Mann leistet Beachtliches und kein Schwein schaut hin… Doch, ich, gemütlich vor dem Bildschirm sitzend bewundere ich seine Arbeit: Er muss in schwerer Sicherheitsbekleidung mit schwerem Werkzeug ausgestattet (siehe den großen Köcher, der offenbar an seinem Gürtel hängt) an dem Mast hochgeklettert sein und sich hier zunächst angeschnallt haben. Jetzt ist er dabei die dicken Stangen anzuschrauben. Mitteilen kann ich ihm meine Bewunderung nicht. (Zur Vergrößerung auf die Bilder klicken!)

Diskussionen

26 Gedanken zu “Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein – trotz Hochspannung

  1. Die Palmenstutzer in Fuerteventura habe ich auch immer gern beobachtet.

    Verfasst von kopfundgestalt | 22. November 2020, 00:11
    • Der Vorteil beim Beobachten der Palmenstutzer ist aber, dass man sie ohne Hilfsmittel gut sehen kann. 😉

      Verfasst von Joachim Schlichting | 22. November 2020, 09:44
      • Das ist wahr. 😃

        Verfasst von kopfundgestalt | 22. November 2020, 10:46
      • „metallisches Klappern, was hier eigentlich nicht hingehört.“
        Sinnestäuschungen. Gerade aurale.
        Manchmal betrete ich das Wohnzimmer und meine Musik zu hören. Ich antizipiere sie offenbar ab und an.
        Meine Frau meint, daß ich mich nicht mehr so Musik zuwende wie früher und das stimmt – „sehr leider“. Vielleicht will mich etwas wieder zu ihr hinziehen, auch weil es mir gut täte.
        Es ist überhaupt merkwürdig, daß man sich plötzlich abgezogen von Quellen fühlt, die einmal sehr bedeutsam waren.

        Das nur mal als assoziative Begleitung deiner Darstellung.

        Verfasst von kopfundgestalt | 22. November 2020, 12:52
      • Seitdem ich mehr am Computer sitze, ist auch bei mir das Musikhören etwas in den Hintergrund getreten. Das ist gar nicht gut. Beides zusammen geht bei mir nicht. Insofern kann ich deine Assoziationen gut nachvollziehen…

        Verfasst von Joachim Schlichting | 22. November 2020, 13:00
      • Das geht bei mir schon zusammen, ich habe es nie anderes erlebt.
        Musik, die auch beim geteilten Zuhören „nach etwas klingt“, muss auch beim konzentrierten Hören gut sein.

        Wie dem auch sei, ich habe da ein Loch entstehen lassen, einen Schlund sozusagen

        Verfasst von kopfundgestalt | 22. November 2020, 13:04
      • Wenn Musik sehr gut ist und ich gleichzeitig etwas Anspruchsvolles lese oder schreibe, lenkt mich das ab.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 22. November 2020, 14:21
      • Schweres lese ich nicht während Musik. Aber diverse Artikel aus dem Netz schon. Notfalls drücke ich auf Pause.

        Verfasst von kopfundgestalt | 22. November 2020, 15:29
      • Okay, so hat jeder seine Methode, sein Gehirn zu fluten… 😉

        Verfasst von Joachim Schlichting | 22. November 2020, 15:53
  2. Sagen wir es laut:
    daß ihm unsre Sympathie gehört,… (Morgenstern)

    Ich bewundere solche Akrobaten auch immer, freilich habe ich noch keinen in dieser Höhe gesehen.Die Stifte mit den Knöpfen, die er anbringt, scheinen mir tatsächlich Steigeisen zu sein.
    Unser albanischer Freund hat, als er die Äste unserer riesigen Pinie absägte, die übers Dach bis zum Schornstein reichten und Feuer zu fangen drohten, „Steig-Aststummel“ für den Aufstieg benutzt. Er ließ beim Aufstieg von den Ästen, die er absägte, immer ein Stück stehen. So entstand eine Art gewachsene Trittleiter bis in die lichte Höhe des Baums.

    Verfasst von gkazakou | 22. November 2020, 00:33
    • Das ist eine sehr gute Idee, die vermutlich aus langjähriger Erfahrung gewachsen ist. Ich bin auch immer wieder begeistert, wenn man vor allem in technologisch weniger gerüsteten Ländern die traditionelle „Technik“ in den unterschiedlichsten Bereichen bewundern kann.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 22. November 2020, 09:50
  3. Manche Jobs sind wirklich staunenswert – dieser gehört sicher dazu.
    Einen schönen Sonntag dir, Joachim.

    Verfasst von Ule Rolff | 22. November 2020, 09:24
  4. Bewunderung: ja!

    Verfasst von juergenkuester | 22. November 2020, 09:42
  5. Industriekletterer ist ein ganz erstaunlicher Beruf.

    Verfasst von puzzleblume | 22. November 2020, 09:53
  6. Blow up!
    Ein schöner Film, ein Filmplakat davon ziert meine Wohnung, der Film hat mich zur Fotografie gebracht.

    Verfasst von aquasdemarco | 22. November 2020, 13:00
  7. Respekt. Wie schön, dass Du ihn in Szene gesetzt hast.

    Verfasst von Nicole Kirchdorfer | 22. November 2020, 18:41

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