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Physik im Alltag und Naturphänomene, Physikalisches Spielzeug & Freihandversuche

Levitation en miniature

Früher wurde das Wort Levitation meist mit esoterischen Erscheinungen, spiritistischen Sitzungen und Heiligenlegenden in Verbindung gebracht. Dabei geht es darum die Schwerkraft aufzuheben und Dinge zum Schweben zu bringen. Wie in den Fotos gezeigt lässt sich das heute mit leicht zugänglichen Materialien zumindest in kleinem Maßstab in einem Freihandexperiment realisieren. Dazu habe ich versucht, ein kleines Plättchen aus pyrolytischem Graphit über vier kleinen supermagnetischen Würfeln zu positionieren. Es weigerte sich wie jedes irdische Objekt seiner eigenen Schwere entsprechend sich auf den Magneten legen zu lassen und pendelte sich ein Stück weit darüber in eine Schwebeposition ein.
Graphit kennen wir z.B. von Bleistiftminen, die man mit etwas Geschicklichkeit ebenfalls zum Schweben bringen kann. Denn Grafit ist diamagnetisch. Diamagnetisches Material wird von  (Ferro-) Magneten abgestoßen. Positioniert man ein solches Plättchen über einen einzelnen Supermagneten, würde die Abstoßung dazu führen, dass es abgleitet und neben dem Magneten landen. Man muss also dafür sorgen, dass es von allen Seiten zur Mitte hin gestoßen wird. Dazu werden vier Magneten schachbrettartig kombiniert, sodass die Pole an denen die Abstoßung am größten ist jeweils nach oben gerichtet sind. Zwischen ihnen ist die Abstoßung geringer und dorthin wird das kleine Plättchen von allen vier Seiten gestoßen. Ohne Weiteres ist aber eine solche Kombination von vier Magneten nicht stabil. Positioniert man sie aber auf einer Eisenplatten – in diesem Fall eine 1 Eurocent- Münze – so werden sie durch deren Anziehung genügend stark fixiert.
Es macht Spaß, sich mit diesem kleinen Phänobjekt zu befassen. Stößt man beispielsweise das kleine Plättchen behutsam an, so schwingt es lange über den Magneten.
Wer sich über die physikalischen Hintergründe dieses nichtesoterischen Levitationsphänomens informieren möchte, sei auf einen physikalisch fundierten früheren Beitrag verwiesen.

Diskussionen

25 Gedanken zu “Levitation en miniature

  1. Toll!!

    Verfasst von Ule Rolff | 25. November 2020, 00:15
  2. Faszinierend. der Tag kann beginnen. Mal scheuen, was heute noch so alles an mir vorbeischiebt. Tolles Experiment. Und Physik, die ich verstehe.
    Liebe Grüße

    Verfasst von juergenkuester | 25. November 2020, 08:29
  3. Schön. Werde mit dem Enkel Ähnliches probieren! (Gerade ist er fasziniert von dieser Spirale, die die Treppe runtergeht…)
    Gruß von Sonja

    Verfasst von wildgans | 25. November 2020, 10:23
    • Das freut mich. Das „Slinky“ ist ein nahezu zeitloses Phänobjekt. Seit seiner Erfindung 1945 ist er ein Dauerbrenner auf dem Spielzeugmarkt – mit Recht. Je nachdem wie alt dein Enkel ist, sollte man bei den starken Magneten vorsichtig sein (z.B. Verschlucken). Gruß, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 25. November 2020, 10:30
  4. Interessant und optisch eindrucksvoll! Hab eine Schwäche für so regelmäßige Würfel 😍

    Verfasst von ele21 | 25. November 2020, 10:24
  5. Hast Du eine Bezugsquelle für die Winzlinge?

    Verfasst von ele21 | 25. November 2020, 10:38
  6. Nun bin ich platt über das schwebende Plättchen. 🙂 Und ich muss unbedingt mal schauen, ob ich noch diese kleinen Magneten mit der weißen Maus drauf habe, bei denen mich als Kind so faszinierte, dass sie sich auch abstießen.

    Verfasst von Anna | 25. November 2020, 11:17
  7. Hach, so ein Objekt hätte ich auch gerne. Ich erfreue mich schon sehr an der Sanduhr, in der der Sand nach oben fließt. Im Deutschen Museum in München haben sie einen Shop mit solchen faszinierenden Gadgets, die das eine oder andere physikalische Gesetz sichtbar machen

    Verfasst von Myriade | 25. November 2020, 11:56

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