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Physik im Alltag und Naturphänomene

Versteinerte Sandrippel eines urzeitlicher Meeresbodens

In unserer Nähe gibt es einen verlassenen Steinbruch. Jedenfalls sieht man hier an Stellen, die noch nicht wieder der Vegetation anheimgefallen sind, interessante Gesteinsformationen, die  Einblicke in eine Zeit vermitteln als hier noch Meeresboden war. Dieser ist infolge erdgeschichtlicher Umwälzungen zu Stein geworden und fällt schon dadurch besonders auf, dass er nicht mehr eben sondern ziemlich windschief liegt. Schaut man sich die freien Flächen genauer an, so entdeckt man dünne Sedimentschichten, die nur locker miteinander verbunden sind. Man kann sie teilweise mit einem stabilen Messer abheben. Im vorliegenden Fall handelt es sich um einen Ausschnitt des Meeresbodens in Strandnähe, an dem man sogar noch die durch die Wasserwellen erzeugten ehemaligen Rippel erkennen kann. Sie sind den an den heutigen Meeresküsten anzutreffenden Strukturen ganz ähnlich.

Diskussionen

9 Gedanken zu “Versteinerte Sandrippel eines urzeitlicher Meeresbodens

  1. Diese nur schwach verbundenen Flächen machten Probleme auch bei einigen Keramikobjekten von mir.
    Da durch Trocknung des Tons scheinbarer Kontakt keiner mehr ist, muss vorgesorgt werden. Alles muss fester verbunden sein als zunächst nötig. So wird manche Tonskulptur rustikaler als gewünscht.

    Verfasst von kopfundgestalt | 14. Dezember 2020, 00:33
    • Interessant. Ich dachte immer, dass kommerziell vertriebene Ton so aufbereitet wird, dass nichts mehr von den natürlichen Ebenen der Lagerung übrig bleibt.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 14. Dezember 2020, 10:00
      • Ich meinte es anders.
        Baut man ein Objekt aus geschnittenen Schichten auf, so reicht es nicht, diese Schichten aufeinander zu platzieren. Man muss sie stärker verbinden.

        Verfasst von kopfundgestalt | 14. Dezember 2020, 10:59
      • Ach so, jetzt verstehe ich. Ja, das ist genau wie in der Natur. Es muss wohl daran liegen, dass die Grenzschichten der einzelnen Platten keine so feste Bindung miteinander eingehen, wie es innerhalb einer Platte der Fall ist.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 14. Dezember 2020, 11:32
      • Die Grenzschichten bestehen zu großem Teil aus Wasser, das verdunstet.
        Ich hatte mehrmals ein Objekt gemacht, das aus identischen Einzelschichten, in einer fortlaufenden Rotation, zusammengesetzt war. Sozusagen 80 Tafel Ritter-Sport aufeinander.
        Aber jede dieser (notwenig mit weitem Innenloch versehenen) Scheiben mussten jeweils durch Schlick verbunden werden.
        Und dennoch hatte sich im Einzelfall eine oder mehrere Scheiben gelöst.

        Verfasst von kopfundgestalt | 14. Dezember 2020, 13:04
      • Schlick ist dann so etwas wie ein passender Klebstoff?

        Verfasst von Joachim Schlichting | 14. Dezember 2020, 13:50
      • Schlick ist Ton in etwas wässrigerer Konsistenz als sonst. Eine Art Brei. Den haben wir in kleinen Behältern selbst hergestellt, etwa aus Tonabfällen.
        Eigenschlick ist ad hoc erzeugter Schlick durch Kratzen und Wasserpinsel am Objekt selber. Da sollte man eine grosszügige Fläche bedenken.
        Bei den Kusszahlen musste ich ja manche Kugel an 5 Stellen aufkratzen, um Kontakte zu 5 anderen herzustellen. Das hält dann aber so, daß das ganze Gebilde strabil wird.
        Aufwendig, aber nötig.

        Verfasst von kopfundgestalt | 14. Dezember 2020, 14:28
      • Vielen Dank für die anschauliche und informative Beschreibung. Damit habe ich wieder etwas über das Töpfern gelernt. 🙂

        Verfasst von Joachim Schlichting | 14. Dezember 2020, 14:33

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  1. Pingback: Aus Schichten werden Geschichten | Die Welt physikalisch gesehen - 27. Januar 2021

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