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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Fraktale Verästelungen auf Walnüssen

Unser Walnussbaum hat in diesem Jahr sehr viele Nüsse produziert, die zur Zeit am warmen Kamin geknackt und verzehrt werden. Da wir es mit der Säuberung der Nüsse nicht so gründlich vorgegangen sind, wie man es bei gekauften wohl erwartet, bieten sich oft Anblicke wie auf diesem Foto. Sie zeigen vermutlich Reste der Versorgungsgefäße, durch die die spätere „erwachsene“ Nuss innerhalb einer später abfallenden weichen Hülle aufgepäppelt wurde. Es scheint so etwas wie eine Miniplazenta zu sein. Jedenfalls stelle ich mir das so vor. (Biologen*innen mögen mich da ggf. korrigieren.).
Von der Struktur her haben wir hier wieder das von Adersystemen, Einzugsbereichen von Gewässern u.ä. bekannte Bild fraktaler Verästelungen (vgl. z.B. hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier).

Diskussionen

13 Gedanken zu “Fraktale Verästelungen auf Walnüssen

  1. Wenn man das dunkle Mäandernde von links nach rechts betrachtet, könnte es ein Abbild des Baumes sein…

    Verfasst von wildgans | 16. Dezember 2020, 00:04
  2. Von der Walnuss als Fundstück und Vorlage bin ich auch immer begeistert. Mir hat es besonders die Nähe zur Form eines Gehirns angetan.
    Liebe Grüße
    Jürgen

    Verfasst von juergenkuester | 16. Dezember 2020, 08:23
    • Unter der harten „Schädeldecke“ der Nuss befinden sich in der Tat so etwas wie zwei Gehirnhälften. Ich finde diese äußere Ähnlichkeit auch immer wieder faszinierend.
      Auch dir liebe Grüße, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 16. Dezember 2020, 09:47
    • Unter der harten „Schädeldecke“ der Nuss befinden sich in der Tat so etwas wie zwei Gehirnhälften. Ich finde diese äußere Ähnlichkeit auch immer wieder faszinierend.
      Auch dir liebe Grüße, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 16. Dezember 2020, 09:47
      • wie so oft, ist es wohl nicht nur eine äußerliche Ähnlichkeit. Walnüsse gelten von altersher als Hirnnahrung. dein Foto vom schön verzweigten Aderbaum gefällt mir sehr.

        Verfasst von gkazakou | 16. Dezember 2020, 12:42
      • Vielen Dank, Gerda, daraus kann man dann den Slogan ableiten: Esst mehr Walnusse, die Erde wird es euch danken!

        Verfasst von Joachim Schlichting | 16. Dezember 2020, 13:53
      • Leider nicht, lieber Joachim. Ein gut funktionierendes Gehirn ist leider keine Garantie für seinen richtigen Gebrauch. Übrigens habe ich gerad zuvor bei Jürgens „Linsenfutter“ hinsichtlich morphologischer Ähnlichkeiten von Mistel und Lungenkraut mit Krebs und Lunge und den entsprechenden Heilwirkungen kommentiert. Solche Ähnlichkeiten kann man, muss man aber nicht als „zufälllig“ bezeichnen. Ich neige dazu, dem nachzusinnen, und das taten auch die Alten. Es gibt eben viel, was dem Menschenverstand nicht ohne weiteres zugänglich ist, was aber dennoch für uns wichtig sein könnte..

        Verfasst von gkazakou | 16. Dezember 2020, 14:52
      • Ich weiß, dafür gibt es leider allzu viele Beispiele. Die Ähnlichkeiten, die du hier beschreibst, haben mich auch immer wieder frappiert. Neben den von dir genannten Beispielen fällt mir ein, vor vielen Jahren mal bei Jürgen Dahl von einem Beispiel gelesen zu haben, bei dem es darum ging, dass eine Orchidee, die ein „Gesicht“ hat wie ein bestimmter Löwe auch genauso stinkt. Man müsste mal viele Beispiele zusammentragen und dann mit wissenschaftlichen Mitteln (?) bestimmen, ob das alles Zufall sein kann. Der Mensch glaubt mit seinen Wissenschaften die Welt halbwegs im Griff zu haben – hat er nicht! Das soll nicht gegen die Wissenschaften sprechen, wir haben nichts besseres, um uns gegen denn allenthalben blühenden Obscurantismus zu wehren, aber wir sollten nicht übermütig werden. 😉

        Verfasst von Joachim Schlichting | 16. Dezember 2020, 16:20
      • „Wir haben nichts besseres“ – dem stimme ich zu. Aber wir haben noch andere durchaus nicht „obskure“ Erkenntnismöglichkeiten – zB sittliche, ästhetische, empathische. Es kommt für mich auf die Zielrichtung des Wissendrangs an, ob ich etwas obskur nenne oder nicht. Vorhin bei Sonja (Wort des Tages:Schwarmintelligenz) machte ich zB darauf aufmerksam, dass die Militärtechnologie die wunderbare Fähigkeit von Fischen, Vögeln und Insekten, sich wie ein einheitlicher Organismus zu bewegen, untersucht und für die Entwicklung von Drohnenschwärmen genutzt hat. So können größere Geschwader von Drohnen, ohne sich gegenseitig ins Gehege zu kommen, ein Ziel anfliegen und zerstören. Das nenne ich Obskurantismus. Wenn aber jemand die Eigenschaften von zB Misteln untersucht, um an Krebs erkrankten Menschen zu helfen, dann nenne ich es helle Wissenschaft. Im ersten Fall (Drohnen) ist das Ergebnis nachvollziehbar, aber dunkel, im zweiten Fall (Misteln) bleibt es womöglich trotz aller Hinweise auf seine Wirksamkeit eine Glaubensfrage – ist dennoch hell zu nennen.

        Verfasst von gkazakou | 16. Dezember 2020, 16:49
      • Klar, dem stimme ich im Wesentlichen zu. Insbesondere sehe ich auch, dass altes Wissen von unschätzbarem Wert ist, auch wenn es nicht nach den Regeln der neuzeitlichen Wissenschaften zustande gekommen ist. Und was die moderne Kriegstechnik betrifft, so denke ich immer wieder an eine eindrucksvolle Schulstunde (fünfte oder sechste Klasse) in der wir anhand des Beispiels eines Messers, mit dem man Brot schneiden, aber auch jemanden umbringen kann, die in unterschiedlicher Form die Menschheit betreffenden Probleme diskutierten.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 16. Dezember 2020, 19:05
  3. Oh ja, diese Strukturen haben wir beim Nüsse Sammeln auch bewundert. Ein schönes Exemplar hast du ausgewählt!

    Verfasst von o)~mm | 20. Dezember 2020, 15:28

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