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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene, Strukturbildung, Selbstorganisation & Chaos

Eismuster auf der Regentonne

In die Röhre zu gucken ist ja eigentlich negativ konnotiert. Schon vor einigen Tagen konnte ich ein Gegenbeispiel bringen. Diesmal haben wir eine Röhre in Form einer Regentonne. Sie ist immer wieder für Überraschungen gut – auch im Winter. Wenn es gefroren hat, schaue ich als erstes in die grüne Tonne. Vor einigen Tagen war sie wieder von einem sehr schönen Eismuster bedeckt – so schön, dass ich nicht wagte Wasser für die Blumen zu entnehmen. Am Vorabend hatte ich die Tonne noch einmal inspiziert und da ahnte ich bereits, dass es am Morgen etwas Schönes zu sehen geben würde. Vom Rand her trieben bereits einzelne lange Eiskristalle über die Wasseroberfläche, so als würden Claims für verschiedene Muster abgesteckt. Ein Ausschnitt der nächtlichen Frostaktivitäten ist im Foto zu sehen.

Diskussionen

22 Gedanken zu “Eismuster auf der Regentonne

  1. Ein zahnloser Tiger …

    Verfasst von kopfundgestalt | 23. Dezember 2020, 01:04
  2. „Claims für Muster“ – schöne Formulierung! Und immer wieder die Faszination durch Wasser. Hat sich mal jemand überlegt, welche Auswirkung es auf das Leben auf unserem Planeten hätte, wenn Wasser nicht als einziges (?) Element, seine größte Dichte bei plus 6°C erreichte? – Auch das Foto ist wieder sehr schön. Jetzt sehne ich mich beinahe nach Frost, um selbst auf Entdeckungstour zu gehen (und werde mich dann wegen der Straßenglätte wieder kaum hinaus trauen).

    Verfasst von christahartwig | 23. Dezember 2020, 06:43
    • Obwohl es stark vereinfachend oft behauptet wird, ist Wasser nicht der einzige Stoff mit einer Dichteanomalie. Dies wird sogar technisch ausgenutzt. Ein bekanntes Beispiel ist das Ceran-Kochfeld. Dieses Material weist eine sehr hohe Beständigkeit gegenüber Temperaturänderungen auf, weil die Ausdehnung des Glases durch andere Komponenten mit passender Dichteanomalie kompensiert wird.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 23. Dezember 2020, 09:44
      • Das ist interessant. Ich ahnte, dass es da vielleicht noch mehr „Anomale“ gibt. Deswegen ja das Fragezeichen in meinem Kommentar. Aber während wir auch ohne Ceran-Kochfelder leben könnten, ist der Umstand, dass Gewässer eben wegen dieser Anomalie des Wassers nur bei extremer Kälte bis auf den Grund gefrieren das, was vielen Lebewesen das Überleben im Winter ermöglicht.

        Verfasst von christahartwig | 23. Dezember 2020, 11:20
  3. Lieber Joachim,
    diese Strukturen des Eises faszinieren mich schon seit meiner Kindheit! Deswegen bin ich in einem abgelassenen See mal eingebrochen, weil ich eine Stelle sah, die mich so faszinierte daß ich da unbedingt hin musste!
    Außer nasser Hose und Schlammstiefel ist nix passiert!
    Aber wieder mal hatte ich meine Mutter in Schrecken versetzt!😁

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles GUTE und schöne Feiertage!

    Liebe Grüße Babsi

    Verfasst von kunst-schaffende-BaSch-Babsi Schnabel | 23. Dezember 2020, 11:58
    • Liebe Babsi,
      vielen Dank für die Würdigung der Regentonnenstruktur und die lieben Wünsche. Mir geht es mit den Eisstrukturen, seien sie nun auf den Wasserpfützen, Teichen, Fensterscheiben etc. genauso. Allerdings ging die Liebe bislang nicht ganz so weit wie bei dir, die du ja fast dein Leben aufs Spiel gesetzt hast. Die Schrecken deiner Mutter kann ich gut verstehen.
      Ich wünsche auch dir schöne Feiertage und falls wir uns vorher nicht mehr „sehen“ ein gutes Neues Jahr!
      Liebe Grüße, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 23. Dezember 2020, 14:39
  4. wie immer 🙂 Und ja, ie Ransmayr-Bücher kann ich auch allle wärmstens empfehlen. „Die letzte Welt“ hat mich vor vielen Jahre in ihren Bann gezogen und wirkt immer noch nach.

    Verfasst von gkazakou | 23. Dezember 2020, 13:14
    • verzeih meine Schreibfehler, meine Tastatur ist kaputt.

      Verfasst von gkazakou | 23. Dezember 2020, 14:07
    • Ja, „Die letzte Welt“ ist wirklich beeindruckend. Man nehme nur Stellen wie die folgende: „Und dennoch empfand Cotta durch alle Wiederholungen und Belanglosigkeiten einen osmotischen Austausch wirrer Gefühle, ein sprachloses, rätselhaftes Einverständnis.“ Kann man es besser ausdrücken?

      Verfasst von Joachim Schlichting | 23. Dezember 2020, 14:48
      • Ja, seine Sprache, und die Wucht der Bilder, in der Orte und Zeiten mit der größten Selbstverständlichkeit zu einer neuen Gegenwart verschmelzen ZB Ovid, der in den schimmernden Strauß der Mikrophone spricht (Rom, die Moderne). Oder der klapprige Bus von Tomi (die zeitabgehängte Provinz) … oder der Maulbeerbaum, der seine Früchte auf dem Schnee verstreut (die Jahreszeitentrennung ist aufgehoben), etc pp.

        Verfasst von gkazakou | 23. Dezember 2020, 15:03
      • Genau, schön gesagt. Nachdem ich das Buch über die „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ herausgesucht hatte, um Gerhard den Titel zu nennen hatte ich plötzlich auch „Die letzte Welt“ in Händen (ich wunderte mich kurz darüber, dass die Bücher ordentlich beieinanderstanden) habe ich mich festgelesen. Daraus wird bestimmt noch ein Beitrag abfallen 😉

        Verfasst von Joachim Schlichting | 23. Dezember 2020, 16:55
      • Da bin ich gespannt. Ich habe mal ne ganze Bilderreihe „letzte Welt“ betitelt. Keine Illustration, aber das Lebensgefühl ansprechend.

        Verfasst von gkazakou | 23. Dezember 2020, 18:06
      • Lieber nicht – es wird nichts Großartiges…

        Verfasst von Joachim Schlichting | 23. Dezember 2020, 20:58

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