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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Der Kamm im Bach…

Der Bach fiel einmal mitten im Wald über einen Stein so, daß er aussah wie ein großer silberner Steckkamm.*

Vielleicht hat Robert Musil (1889 – 1942) einen solchen silbernen Kamm gemeint, dessen fluide Zinken im Zentrum des Fotos, zwar etwas verbogen und zittrig sind, aber immerhin gut genug für eine Pareidolie. Mit etwas Glück findet man im Vordergrund auch noch ein vierblättriges Kleeblatt, ebenfalls fluide, aber vielleicht gerade deshalb Glück bringend.

 


* Robert Musil. Drei Frauen. Reinbek: Rowohlt 1994, S. 20

Diskussionen

12 Gedanken zu “Der Kamm im Bach…

  1. Dieser Roman wurde bei uns in der Schule diskutiert.
    Musil stand damals bei den Philosophen meiner klasse extrem hoch im Kurs. Ich gehörte nicht dazu, zu den Philosophen.
    „Drei Frauen “ war ein bedeutender Film von Robert Altman,
    den ich sehr schätzte und immer noch für sehr wichtig halte.
    Dass die Schnellen sich so verhalten wie ein Kamm manchmal, den es ja noch nicht gab, als Wasser sich so zu verhalten begann, ist erstaunlich. Aber selbst das können wir nicht sicher wissen.
    Gute Nacht!

    Verfasst von kopfundgestalt | 28. Februar 2021, 00:47
    • Musil gehört zu meinen bevorzugten Autoren. Er scheint die Entwicklungen in der modernen Physik intensiv verfolgt zu haben. Sein „Möglichkeitssinn“ erinnert daran, dass wie in der Quantentheorie der Zustand eines Systems als Ensemble von Möglichkeiten angesehen werden kann, der dem am „Wirklichkeitssinn“ orientierten Kausaldenken gegenübersteht.
      Den Film kenne ich nicht. Bezieht er sich denn auf Musils Novelle?

      Verfasst von Joachim Schlichting | 28. Februar 2021, 10:08
      • Soweit ich weiß, hatte Altman Ingmar Bergmans „Persona“ als „Grundlage“.
        Altman hat auf sehr subtile Weise amerikanisches Leben portraitiert. Standard Gold in meinen Augen.

        „der Zustand eines Systems als Ensemble von Möglichkeiten“, das gefällt mir.
        Das ist doch schon so in der Atomtheorie so oder im Verhälnis Welle-Teilchen?! Entschuldige die naive Frage.

        Verfasst von kopfundgestalt | 28. Februar 2021, 12:08
      • Vielen Dank für die Hinweise. Dann scheint der Filmtitel wohl keinen Bezug zu Musil zu haben.
        Was den Welle-Teilchen Dualismus betrifft, so ist das ja gerade ein Aspekt der Quantenmechanik. Die Atomtheorie kann man als Anwendung der Quantenmechanik auf die Atomhülle verstehen. Deine Frage ist insofern berechtigt, als die Atomtheorie z.B. in der Bohrschen Interpretaton der Ausformulierung der Quantenmechanik vorausging.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 28. Februar 2021, 13:17
      • Den Nahmen Bohr hört man sehr oft, es gibt auch zahlreich Literatur über ihn.

        Verfasst von kopfundgestalt | 28. Februar 2021, 14:20
      • Das liegt vermutlich an dem Bohrschen Atommodell, das lange in der Schule ein Muss war und vielleicht auch heute noch an diversen Schulen ist.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 28. Februar 2021, 14:58
      • Ich sah in den letzten Jahren einige Bücher zu Bohr, z.b. von Ernst Peter Fischer.

        Verfasst von kopfundgestalt | 28. Februar 2021, 15:09
      • Ist vielleicht schon ein paar Jahre her. 2012 war sein 50ter Todestag.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 28. Februar 2021, 17:14
      • achso, deswegen

        Verfasst von kopfundgestalt | 28. Februar 2021, 17:31
  2. Ich bewundere die Beobachtungsschärfe von Musil sehr, die sich sprachlich in einfachen klaren Analogien ausdrückt. Den Mann ohne Eigenschaften las ich tatsächlich zweimal, einmal mit 17-18, dann wieder in fortgeschrittenem Alter, nun gelegentlich bröckchenweise. Und jedesmal war und ist es ein Gewinn.
    Deine Beobachtungskraft geht in dieselbe Richtung.

    Verfasst von gkazakou | 28. Februar 2021, 10:16
    • So sehe ich das auch. Bei kaum einem anderen Schriftsteller – Paul Valéry vielleicht ausgenommen – hat man es mit dieser Sprachkraft zu tun, mit der es ihm gelingt auch Dinge „zur Sprache“ zu bringen, von denen man nicht geglaubt hätte, dass es möglich sei. Danke für das Kompliment, das eigentlich schon für dich reserviert ist.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 28. Februar 2021, 13:09

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