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Physik im Alltag und Naturphänomene

Glänzende Farben im Eis

Als vor einigen Tagen die Wasserpfützen noch einmal zufroren, war ich nach der Kälte- und Schneeperiode etwas enttäuscht, weil ich mich bereits auf den bevorstehenden Frühling eingestellt hatte. Aber immerhin schien die Sonne und ich war vollends versöhnt, als ich auf eine zugefrorene Pfütze stieß, die intensiv blaue Farben zum Vorschein brachte (siehe Foto). Dafür hatte ich zunächst keine Erklärung. Als ich jedoch weitere Pfützen in Augenschein nahm, auf denen das Phänomen weniger ausgeprägt war, erinnerte es an ein ähnlich „gefärbtes“ Eis auf einer Regentonne. Die Ursache sind hier wie dort ölhaltige Stoffe, die von vermodernden Pflanzen herrühren. Sie sollten daher nicht mit „Verschmutzungen“ durch Mineralöl verwechselt werden, die ungerechterweise ebenfalls farbenprächtige Muster hervorrufen können. Auch die Aktivitäten von Bakterien auf manchen Tümpeln machen sich zuweilen durch ästhetisch ansprechende Farbexplosionen bemerkbar.
Das ist einmal mehr ein Beispiel für ein naturschönes Phänomen, mit dem auch der Winter sich zuweilen von seiner farblichen Seite zeigt. Auch andere Phänomene wie Risse im Eis, Polarisation durch das blaue Himmelslicht usw. können einer transparenten Eisschicht eindrucksvolle Farbenstrukturen verleihen.

Diskussionen

8 Gedanken zu “Glänzende Farben im Eis

  1. Diese ölige Schlieren entdeckte ich auch vor mehr als 2 Wochen auf Strassen. Hinterlassenschaften wohl von einer Vermählung von Eis mit organischen Stoffen.

    Verfasst von kopfundgestalt | 4. März 2021, 01:39
  2. Solche schönen Farbspiele werden auch auf Wasserflächen von Bakterien verursacht (nicht nur von Benzinverschmutzung), zum Beispiel durch Leptothrix discophora. Darüber schreibt Linda Grashoff häufig und mit sehr schönen Fotos, zum Beispiel im folgenden Artikel:
    https://lindagrashoff.wordpress.com/2019/11/17/walking-downriver-in-september-1
    Einen schönen Sonntag wünsche ich dir, Joachim.

    Verfasst von Ule Rolff | 4. März 2021, 08:50

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