//
Physik im Alltag und Naturphänomene

Zeit der Entfaltung

Alle Jahre wieder wundere und freue ich mich über die sich entfaltende Natur. Sie tut dies ja nicht nur im übertragenen sondern auch im tatsächlichen Sinn des Wortes: Etwas sehr klein und kompakt Gefaltetes – hier am Beispiel des Rhabarbers – glättet allmählich seine ziehharmonikaartig gefalteten Vorformen der späteren Blätter (oberes Foto). Von Tag zu Tag wird das ursprünglich Verkrumpelte zu einem immer glatter werdenden Blatt (unteres Foto).
Sehr schön zu sehen sind die Entfaltungen zurzeit auch an den Kastanienblättern bei deinen eine etwas andere Technik der platzsparenden Faltungstechnik ausgenutzt wird. Und in ein zwei Monaten steht uns auch noch die Entfaltung der Klatschmohnblüten bevor, die ebenfalls sehr schön zu beobachten ist.

Diskussionen

21 Gedanken zu “Zeit der Entfaltung

  1. Es ist schon erstaunlich, wie groß und schön sich solche Winzlingspakete entfalten. Zu gerne würde ich mal Faltern zuschauen, wenn sie aus der Puppe kommen…

    Verfasst von gkazakou | 13. April 2021, 00:10
    • Ja, das stimmt. Sich entfaltende Falter habe ich auch noch nicht beobachtet, aber regelmäßig Libellen, die bei uns im Teich zunächst als Larve leben, dann an Wasserpflanzen hochklettern und schließlich in einem stundenlangen Prozess wie aus einem Regenmantel aussteigen und nach und nach die zunächst noch wie ein Regenschirm zusammengefalteten Flügel entfalten. Wenn sie dann als Libelle starten ist die wie ein Taucheranzug aussehende zurückbleibende Hülle wesentlich kleiner als der entfaltete „Flieger“. Einfach toll, was sich die Natur da „ausgedacht“ hat.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 13. April 2021, 09:34
      • Wie schön, ich habe noch nie dergleichen beobachtet. Sei es, weil hier keine Gewässer sind, sei es, dass ich unabmerksam bin.

        Verfasst von gkazakou | 13. April 2021, 09:35
      • Nachdem, was ich bisher durch deinen Blog und deine Kommentare mitbekommen habe, denke ich nicht, dass du unaufmerksam bist. Da so etwas nicht jeden Tag passiert, muss man schon regelmäßig zugegen sein. Ich sitzte in der warmen Jahreszeit fast jeden Tag zumindest einige Minuten am Teich. Es gibt einfach viel zu sehen und dann manchmal auch dieser Striptease… 😉

        Verfasst von Joachim Schlichting | 13. April 2021, 11:51
  2. Wie sähe eine Welt aus, in der es für alles eine Erklärung gäbe? Was würde das in letzter Konsequenz bedeuten?
    Sicher ist das doch schon mal durchdacht worden, denke ich.
    Und was könnte als Erklärung dabei gelten?
    Hinreichen?!

    Verfasst von kopfundgestalt | 13. April 2021, 07:33
    • Der Drang zu verstehen und das mit Erklärungen zu erreichen ist beim Menschen stark ausgeprägt. Die „Gefahr“, dass es infolgedessen zu einem Zustand käme, in dem es für alles eine Erklärung gäbe, sehe ich indes nicht. Denn Erklärungen sind oft nicht allgemeinverbindlich und hängen von Voraussetzungen ab (wissenschaftlich, weltanschaulich, poetisch etc.), die zum einen nicht gleichzeitig erfüllt werden können und zum anderen nicht von allen geteilt werden. Meist sind Erklärungen nur kausale Ketten, die bei etwas allgemein Akzeptierten (also nicht weiter erklärungswürdigen) enden. Mein Gewährsmann Lichtenberg hat den Menschen daher als „Ursachenbär“ bezeichnet. Dazu könnte man noch vieles sagen…. 😉

      Verfasst von Joachim Schlichting | 13. April 2021, 09:45
  3. Lieber Joachim, dieser Beitrag passt sehr gut in meine momentanes Thema “Faltungen” und dient als thematischer Anstupser.
    Liebe Grüße

    Verfasst von juergenkuester | 13. April 2021, 08:01
    • Ja, lieberJürgen, das habe ich soeben bereits zur Kenntnis genommen und sehe, dass der kreative und künstlerische Aspekt (man denke nur an Origami) zum „naturökonomischen“ Aspekt (um es einmal so zu nennen) hinzu kommt, der für sich eine ganze und ganz eigene Welt ist… LG, Joachim

      Verfasst von Joachim Schlichting | 13. April 2021, 10:02
  4. In diesem Zustand zeigt sich unser Rhabarber auch gerade. Mich begeistert seine strotzende Lebenskraft, die darin steckt. Natürlich freue ich mich auch auf die leckere Ernte!

    Verfasst von Ule Rolff | 13. April 2021, 09:09
    • Interessanterweise wirft man gerade die vor Lebenskraft strotzenden Blätter weg. Sie sind ja als photosynthetisierenden Einheiten gerade die materielle und energetische Voraussetzung für die Stängel, die wir dann so schätzen. Ich habe schon oft das bei der Ernte abgeschnittene Blatt bewundernd sinnend in der Hand gehalten, bevor ich es dem Kompost übergab…

      Verfasst von Joachim Schlichting | 13. April 2021, 10:16
      • Kompost ist doch nicht wegwerfen!
        Ich kannte mal eine Töpferin, die solche Blätter mit Ton ausgoss und daraus Teller mit Rhabarberblattmuster formte. Viele fanden das sehr schön.

        Verfasst von Ule Rolff | 13. April 2021, 11:28
      • Schön, aber vermutlich unpraktisch. Eher zum an die Wand hängen.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 13. April 2021, 11:46
  5. Danke für den Einblick, das habe ich noch nie bewußt wahrgenommen !

    Verfasst von hollaholle | 13. April 2021, 17:47
  6. Rosen treiben auch sehr schön gefältelte Blätter aus.

    Verfasst von gnaddrig | 13. April 2021, 19:29

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Photoarchiv

%d Bloggern gefällt das: