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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene, Verschiedenes

Wolken – Gedanken des Himmels

An die Wolken

Und immer wieder,
wenn ich mich müde gesehen
an der Menschen Gesichtern,
so vielen Spiegeln
unendlicher Torheit,
hob ich das Aug
über die Häuser und Bäume
empor zu euch,
ihr ewigen Gedanken des Himmels
.

Und eure Größe und Freiheit
erlöste mich immer wieder,
und ich dachte mit euch
über Länder und Meere hinweg
und hing mit euch
überm Abgrund der Unendlichkeit
und zerging zuletzt
wie Dunst,
wenn ich ohn Maßen
den Samen der Sterne
fliegen sah
über die Äcker
der unergründlichen Tiefen.

Christian Morgenstern (1871-1914)

.

.

Siehe auch: Die wunderbaren Wolken und Seht Ihr die Wolke dort.

Diskussionen

22 Gedanken zu “Wolken – Gedanken des Himmels

  1. Spitzenfoto!!!

    Verfasst von wildgans | 12. Mai 2021, 00:02
  2. Irgendwas stimmt hier nicht mit dem Foto … aber ich bin zu müde, um den Grund zu finden. ☺

    Verfasst von Ule Rolff | 12. Mai 2021, 00:11
    • Jedenfalls ist es ein unbearbeitetes Foto. Wenn etwas nicht stimmt, dass gehört dem Zwischenbereich zwischen Gegenstand und Wahrnehmung an.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 12. Mai 2021, 09:37
      • Was mich irritiert hat, war wohl der scheinbar entgegengesetzte Schattenwurf des Uferbewuchses auf beiden Seiten. Aber eine hoch stehende Sonne vor oder hinter dem Fotografen könnte den Effekt wohl auch bewirken.
        Die Himmelsspiegelung auf dem Wasser finde ich im wahrsten Sinne des Wortes überirdisch!

        Verfasst von Ule Rolff | 12. Mai 2021, 14:01
      • Schatten sind auf dem Wasser nicht zu sehen. Dazu ist es zu klar. Was du für Schatten hältst sind Spiegelungen, die etwas monochrom ausfallen, weil die Bäume nicht direkt von der Sonne beleuchtet werden. Da die Aufnahme morgens gegen 9:00 gemacht wurde, verbirgt sich die Sonne noch links hinter den Bäumen. Vielleicht kommt die überirdische Wirkung gerade daher, dass die monochromen Spiegelungen wie Schatten wirken, die wiederum so gar nicht auftreten können… Jedenfalls war ich auch von der Szenerie gefangen.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 12. Mai 2021, 16:18
      • Die Spiegelung statt Schatten … ein Schwenk im festgefahrenen Denken, und die Teile fügen sich zum logischen Ganzen. Danke, Joachim, für das Flottmachen des festgefahrenen Getriebes 🙂!

        Verfasst von Ule Rolff | 12. Mai 2021, 16:43
  3. Spiegel vervielfältigen vieles, nicht nur Torheit.
    Vielleicht zeigen sie auch auf, was sonst noch gelang.

    Verfasst von kopfundgestalt | 12. Mai 2021, 00:32
  4. Das ist so unglaublich schön. Für mich sind Wolken auch Symbole der Sehnsucht nach Freiheit – wie in den Versen von Schiller (Maria Stuart), Oft denke ich an sie, wenn ich in den Himmel schaue:

    Dort, wo die grauen Nebelberge ragen,

    Fängt meines Reiches Grenze an,

    Und diese Wolken, die nach Mittag jagen,

    Sie suchen Frankreichs fernen Ozean.

    Eilende Wolken! Segler der Lüfte!

    Wer mit euch wanderte, mit euch schiffte!

    Grüßet mir freundlich mein Jugendland!

    Ich bin gefangen, ich bin in Banden,

    Ach, ich hab keinen andern Gesandten!

    Frei in Lüften ist eure Bahn,

    Ihr seid nicht dieser Königin untertan.

    Verfasst von gkazakou | 12. Mai 2021, 00:49
  5. Wundervoller Wasserwolkenspiegel,
    klasse Foto!
    LG vom Lu

    Verfasst von finbarsgift | 12. Mai 2021, 10:39

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