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Marginalia, Physik im Alltag und Naturphänomene

Breitwegerich auf schmalem Weg

Mitten auf dem Weg macht sich der Breitwegerich breit und damit seinem Namen alle Ehre. Bei der Namensgebung hatte man vermutlich eher an einem Feldweg gedacht als an eine Asphaltstraße. Das zeigt sich auch darin, dass sich der Wegerich einige Blessuren eingeholt hat. Vermutlich von den bösen Radfahrern, denn da er sich wohlweißlich die Mitte der Straße ausgesucht hat, können alle Zweispurer ihm nichts anhaben, dazu ist die Straße zu schmal. Oder zeigt sich in der Ramponiertheit der Pflanze gar keine äußere Verletzung sondern Mangelernährung? Darüber kann man nur spekulieren.
Wie es den Pflanzen gelingt, auch auf oder besser in der Straße Fuß zu fassen, wurde bereits in einem früheren Beitrag beschrieben.

Diskussionen

18 Gedanken zu “Breitwegerich auf schmalem Weg

  1. Wundersam ja, dass und wie die Pflanze sich durch solch einen harten Untergrund geschafft hat…

    Verfasst von wildgans | 13. Mai 2021, 00:14
  2. Heute fand ich eine dunkelblaue Blattwespe , die im April erwartet hatte, erstmals vor .
    Sie hatte einen Überfall erlitten und war noch lebendig.
    Ich vermutete einen Vogel, aber genaues weiss ich nicht. Die Szene hatte stattgefunden, sicherlich, aber was war genau geschehen?

    Verfasst von kopfundgestalt | 13. Mai 2021, 00:20
  3. Wunderbar, sowohl das Wortspiel, als auch die Beharrlichkeit des Wegerich. Die Natur sucht sich ihren Weg. Bin begeistert. Marie

    Verfasst von mmandarin | 13. Mai 2021, 06:50
  4. Ich fürchte, dieser Breitwegerich hat sich eine schlechte Stelle ausgesucht. Seine Blätter wirken kränklich, und das ist wohl dem Asphalt geschuldet, der bei Sonne, wenn die Pflanze wachsen will, sein Gift ausdünstet. So meine Vermutung. Du als chemisch bewanerter Physiker, was meinst du? Welche Stoffe lösen sich im Asphalt, wenn die Sonne drauf knallt? Oder auch, wenn der Regen drüber rinnt?

    Verfasst von gkazakou | 13. Mai 2021, 22:22
    • Deine Vermutung ist korrekt. Das im Asphalt enthaltene aus Erdöl gewonnene Bitumen setzt insbesondere bei Sonneneinstrahlung (durch Erwärmung und UV-Strahlen) flüchtige organische Substanzen frei, die u.A. auch die gesundheitsschädlichen Stoffe wie Pyren, Naphtalin und Fluoranthen enthalten.* Auch Auswaschungen von Schadstoffen bei Regen sind möglich. Hinzu kommt, dass die Aufheizung des Asphalts in der Sonne Temperaturen erreichen kann, die im Extremfall für Pflanzen tödlich sein können, zumindest aber zum Verwelken und Vertrocknen führen, wie es bei dem Wegerich bereits erkennbar ist.
      Aber letztlich werden die Pflanzen dennoch siegreich sein und auch die Asphaltstraße wieder eingemeinden, wie ich an anderen, weniger befahrenen Stellen solcher Straßen feststellen konnte.

      * Peeyush Khare et al., Science Advances, doi: 10.1126/sciadv.abb9785

      Verfasst von Joachim Schlichting | 14. Mai 2021, 08:32
      • „Letztlich“ ist eschatologisch gedacht, lieber Joachim… 😉

        Verfasst von gkazakou | 14. Mai 2021, 12:59
      • Nicht nur, denn mit dem Hinweis auf nicht mehr benutzte Straßenabschnitte, wollte ich auf siegende Pflanzen auch in der Jetzt-Zeit hinweisen. Bei Agent Orange dauert es nur etwas länger…

        Verfasst von Joachim Schlichting | 14. Mai 2021, 13:06

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