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Physik im Alltag und Naturphänomene

Doppelschatten und Heiligenschein

Wer an einem kühlen Morgen unterwegs ist, wenn die Wiesen und Büsche noch vom Tau benetzt sind, hat vielleicht das Glück seinen Schattenkopf von einem Heiligenschein umkränzt zu erleben. Wer noch mehr Glück hat, wie es mir ergangen ist (siehe Foto), findet sich auch noch seinen Schatten verdoppelt. Leider ist der zweite Schatten, den man oberhalb des ersten Schattens sieht, ohne Heiligenschein. Ob das vielleicht daran liegt, dass man eine helle und eine dunkle Seite in sich trägt?

Diskussionen

11 Gedanken zu “Doppelschatten und Heiligenschein

  1. Seltsam, ich meinte, dieses Fotos schon gesehen zu haben.

    Helle und dunkle Seite.
    Man sagt ja, je mehr man die dunkle Seite leugnet, umso mehr zeigt sie sich.

    Verfasst von kopfundgestalt | 6. Juni 2021, 00:03
    • Da der Heiligenschein zu meinen Favoriten gehört und oft von mir fotografiert wurde, kann es durchaus sein, dass so etwas schon einmal in diesem Blog zu sehen war. Ich habe bei ca. 2500 Einträgen (und Bildern) nicht mehr ganz den Überblick… 😉
      Es rankt sich einiges an Dunkelheiten um diese Helligkeiten. Da sie sich gegenseitig bedingen stimmt dein Satz schon allein deshalb.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 6. Juni 2021, 08:47
  2. Hu, was ist dass? Sowohl das Eine, als auch das andere Phänomen. Ein bisschen Magie ist da im Spiel. (Zumindest möchte ich es gerne hereindeuten) Aber ich fürchte, du zauberst eine schlüssige physikalische Erklärung aus dem Hut. Lass mir den Glauben an den Zauber.
    Ich sehe manchmal bläuliche oder grüne Schatten an Wegrändern, um Bäume herum oder über Blumen, die andere nicht sehen. Eine gute Freundin vermutet, das meine blaue Brille das verursacht. Die Erklärung leuchtet ein bisschen ein, aber ist das wirklich so? Manche Geheimnisse sollten einfach ungelöst bleiben.

    Liebe Grüße Marie

    Verfasst von mmandarin | 6. Juni 2021, 05:26
    • Liebe Marie, die Magie bleibt m.E. von der physikalischen Erklärung unberührt, weil die Physik das eine und das Erleben das andere ist. Wenn ich den Zauber des beginnenden Tages in Gesellschaft mit zwei Schatten beginne, von denen einer auch noch mit einem (Heiligen-) Schein gekrönt ist, so versetzt mich das schon mal in eine freudige Stimmung, die von großem Einvernehmen mit der Natur geprägt ist. Und wenn ich das Äußere dieser Begebenheit physikalisch zu erklären vermag, empfinde ich das nicht als Entzauberung, sondern als einen zusätzliche Beglückung, weil sie mir zeigt, dass alles mit rechten Dingen zugeht, also real ist und kein „Blendwerk“. Das tiefere und wohl unlösbare Geheimnis, wieso ich mich durch dieses Erlebnis beglückt und für eine kurze Zeit eins mit der Welt fühle, bleibt davon doch unberührt.
      In diesem Zusammenhang hat mir mal ein Bekannter bekannt, dass er nachdem er durch meine Beschreibung des Heiligenscheins er sie nun selbst immer mal wieder zu Gesicht bekomme, dies für ihn Bereicherung des Naturerlebens darstellt.
      Liebe Grüße, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 6. Juni 2021, 09:28
      • Da fällt mir ein, dass ja auch der Regenbogen physikalisch erklärbar ist und er uns dennoch verzückt. Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir einfach geschenkt bekommen und uns daran freuen dürfen. Liebe Grüße

        Verfasst von mmandarin | 6. Juni 2021, 14:45
      • Genau, der Regenbogen ist ein gutes Beispiel. Die Erklärung entzaubert den Bogen nicht, sie führt zu einer Art Wiederverzauberung, weil es unglaublich erscheint, dass die Brechung des Lichts in Wassertröpfchen ein solch überwältigendes Phänomen hervorbringt.
        Liebe rüße, Joachim.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 6. Juni 2021, 15:31
      • das kann ich sehr gut nachvollziehen. Wunder ja – Blendwerk nein. Genau. Wunder und Wahrheit passen zusammen, so wie Blendwerk und Lüge.

        Verfasst von gkazakou | 7. Juni 2021, 00:14
      • Ja, so sehe ich das auch. Das größte Wunder ist das Leben selbst. Wer könnte dem widersprechen.

        Verfasst von Joachim Schlichting | 7. Juni 2021, 09:50
  3. Spannend. Beides ist mir aber noch ein Rätsel. Nur das mit der hellen und der dunklen Seite in sich verstehe ich.
    LG Tom

    Verfasst von tomfmr | 6. Juni 2021, 13:51
    • Wenn man beide Phänomene nicht kennt, die hier zufällig zusammen auftreten, ist es vielleicht günstiger sich zunächst auf eines der beiden Erscheinungen zu konzentrieren. Am häufigsten ist wohl der Heiligenschein auf der feuchten Wiese im Licht der tiefstehenden Morgensonne zu sehen. Der Doppelschatten kann also eine Variante in der STadt beobachtet werden, wenn der eigene Schatten z.B. dadurch hervorgerufen wird, dass an zwei in unterschiedlichem Winkel zueinander orientierte Scheiben das Licht der tiefstehenden Sonne reflektiert wird. Freu dich, Tom, es gibt da noch einiges zu entdecken. LG, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 6. Juni 2021, 15:39

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  1. Pingback: Ein scheinheiliger Heiligenschein auf dem Pflaster | Die Welt physikalisch gesehen - 8. Juni 2021

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