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Energie und Entropie, Physik im Alltag und Naturphänomene

Seerosen mit Riesentropfen

Natürlich fällt zunächst die schöne Seerose ins Auge. Sie präsentiert sich hier einige Zeit nach einem Regenschauer, der seine Spuren in fast perfekt kreisförmigen Wasserlinsen auf den Blättern hinterlassen hat. Die Ursache für die nach Größe und Verteilung eher statistisch verteilten Tropfen ist das Ergebnis einer Wechselwirkung zwischen der Blattoberfläche und dem Regenwasser zu sehen. Die Blätter zeigen eine deutliche Ablehnung des Wassers (wohl um die Fotosyntheseaktivitäten nicht durch eine flächendeckende Benetzung einzuschränken). Diese Hydrophobie führt dazu, dass sich das Wasser entgegen der Tendenz sich schwerkraftbedingt gleichmäßig über die Blätter zu verteilen auf eine möglichst kleine Fläche zurückzieht. Die kleinste Fläche auf der die größte Menge Wasser unterzubringen ist, ist der Kreis. Wenn die Schwerkraft nicht wäre, würde sich das Wasser noch mehr in Richtung Kugelgestalt aufwölben, wodurch die Kontaktfläche mit dem Blatt noch weiter hätte reduziert werden können.
Immerhin wird der Kontakt zwischen Wasser und Blatt nicht ganz eingestellt. Die „Wasserlinsen“ und die Blattoberfläche ziehen sich zumindest so stark an, dass sie trotz einer gewissen Neigung der Blättter nicht zur tiefsten Stelle rollen/gleiten, sondern dort bleiben, wo sie entstanden sind.
An den hellen Punkten am Rande eines jeden Tropfens, die spiegelnde Reflexionen des Sonnenlichts, sieht man, dass die Sonne schon wieder scheint.

Diskussionen

6 Gedanken zu “Seerosen mit Riesentropfen

  1. Interessant erklärt, danke!

    Verfasst von tinderness | 10. August 2021, 03:47
  2. In diesem Jahr hatte ich in unserem Miniteich zwei Seerosen… im letzten Jahr musste ich mit den Blättern auskommen. Da konnte ich das Phänomen gut beobachten und mich zum Seufzen bringen. Liebe Grüße Marie

    Verfasst von mmandarin | 10. August 2021, 07:13
    • Bei unserem Teich habe ich eher das umgekehrte Problem. Die Seerosen breiten sich zu stark aus und sind wegen der Tiefe (1,80 m) im Herbst nur schwer zu reduzieren. Sie sitzen äußerst Fest an der Teichfolie. Aber Blüten hat es in Hülle und Fülle. Offenbar kann man nicht alles haben. Liebe Grüße, Joachim.

      Verfasst von Joachim Schlichting | 10. August 2021, 09:00
  3. Das ist ein feiner Kompromiss, wie er beständig in der Natur ausgehandelt wird 🙂

    Verfasst von kopfundgestalt | 10. August 2021, 18:05

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