//
Physik im Alltag und Naturphänomene

Feldwespen – Harmlose Untermieter

Diesen Sommer über habe ich im äußeren Bereich des Velux-Fensters meines Arbeitszimmers Haus-Feldwespen als angenehme Untermieter, was bei dem Wort „Wespe“ schon was heißen will. Ich konnte beobachten, wie sie klein beginnend allmählich in mühseliger Kleinarbeit ein schon von der hexagonalen Optik her eindrucksvolles Nest gebaut haben. Denn sie ließen sich in ihrem gemächlichen völlig unaufgeregten Tun auch dann nicht stören, wenn ich das Fenster herunterklappte, um ihnen aus unmittelbarer Nähe beim Arbeiten zuzuschauen. Es waren nicht viele Tierchen – vielleicht insgesamt an die zwanzig – die sich immer wieder einfanden und ihre Brut in den Waben hochpeppelten.
Das Nest hat auf dem Foto seine maximale Größe.
Wer von den jeweils anwesenden Wespen die Königin ist, habe ich bislang nicht herausgefunden. Außerdem habe ich den Eindruck, dass das Völkchen bereits dabei ist „abzubauen“.
Übrigens gehört nicht viel Mut dazu, mit der Feldwespe benachbart zu sein. Sie ist harmlos und interessiert sich in keiner Weise für menschliche Speisen. Und da sie Fliegen, Mücken und Spinnen jagen, kommen sie uns in unserem Bemühen, die Wohnung von diesen Zeitgenossen freizuhalten erheblich entgegen. Ich bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht…

Werbung

Diskussionen

10 Gedanken zu “Feldwespen – Harmlose Untermieter

  1. Toll diese Ebenmäßigkeit… das kriege ich nicht hin, obwohl ich es immer wieder versuche. Aber ich muss ja auch nicht auf diesem Weg für Nachkommen sorgen. Berichte, wie es weitergeht. Liebe Grüße Marie

    Like

    Verfasst von mmandarin | 14. September 2021, 03:02
    • Die hexagonale Ebenmäßigkeit ergibt sich ja geradezu zwangsläufig dadurch, dass runde Zellen aneinanderstoßen. Sie sind also nicht gewollt – rund wäre für die Brut vermutlich sogar noch besser – aber beim „Herstellen“ ist das Tier ebenso wie der Mensch den objektiven unhintergehbaren materiellen Bedingungen der Welt notwendigerweise ausgesetzt. Liebe Grüße, Joachim.

      Gefällt 1 Person

      Verfasst von Joachim Schlichting | 14. September 2021, 07:59
  2. Netze oder Netzformen finde ich stets faszinierend, Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

    Verfasst von juergenkuester | 14. September 2021, 09:46
  3. Bei uns wohnen sie in den Keramikkugeln des Gartens. Zahlreich.

    Vor 2 Jahren musste ich eine Stele mit Kugeln abbauen, um Wurzeln daneben mit Spitzhacke ect zuleibe zu rücken.
    Der Wiederaufbau der Stele geschah in anderer Reihenfolge – ich hatte kein Foto gemacht gehabt.
    Die Haus-Feldwespen fanden m.E. nicht zurück, sie waren höchst irritiert, schwirtten rum.
    Etwas ähnliches erlebte ich von einer anderen Wespenart, deren Wurm ich in Sicherheit brachte. Sie graste fliegend endlos die Fläche ab, wo sie ihn zurückgelassen hatte. Dabei hätte ja auch ein Vogel den Wurm aufgreifen können. Aber mir schien, ihr Weltbild war „zerstört“, wie das der Kugel-Wespen.

    Übrigens: Zwicken können diese Wespen schon.

    Gefällt 2 Personen

    Verfasst von kopfundgestalt | 14. September 2021, 10:22
    • Danke für deine Ergänzung. Für die Brut sorgt wohl fast jede Tierart. Ich erlebte kürzlich in unserem Gewächshaus folgendes: beim Gießen ließ ich das Wasser in ein Loch fließen, dessen Herkunft mir nicht klar war. Als ich fast die ganze Gießkanne geleert hatte, quälte sich plötzlich ein kleines „Ungeheuer“ aus dem Loch. Es entpuppte sich als Mausmama, an der sich winzige Mäuschen festklammerten, überall dort wo im Fell und sonstwo Platz war. Zwei hielt sie außerdem mit dem Maul fest. Es sah witzig aus, denn alle waren durch meine Aktion platschnass. Natürlich hatte ich anschließend ein schlechtes Gewissen angesichts der mütterlichen Fürsorge für die Kleinen.

      Gefällt 2 Personen

      Verfasst von Joachim Schlichting | 14. September 2021, 10:40
      • Entweder alle oder keine, so dachte sich wohl das Mäuschen. Oder gilt auch hier das Prinzip der Lore…wen rette ich und wen nicht?!

        Like

        Verfasst von kopfundgestalt | 14. September 2021, 11:14
      • Das ist wohl nicht ganz eindeutig. Sie hat wohl alle Jungen aus dem Loch mitgebracht, aber bei der oberirdischen Flucht zwei von ihnen, die sich im Fell festgeklammert hatten, verloren. Ich bin dann für eine Viertelstunde weggegangen, um der Natur ihre Freiheit zu lassen. Als ich zurückkam, waren auch die beiden Mäuschen weg.

        Gefällt 1 Person

        Verfasst von Joachim Schlichting | 14. September 2021, 14:16
  4. Bei mir wohnen auch seit zwei Jahren diese gallischen Feldwespen im Gewächshaus. Herrlich, sie zu beobachten…wie sie mit ihren langen hängenden Beinchen heranschweben… Liebe Grüße. Birgit

    Gefällt 1 Person

    Verfasst von tontoeppe | 14. September 2021, 10:22
    • Die hatte ich vor einigen Jahren auch im Gewächshaus. Auch ich fand die Beine beim Anflug putzig. Es sah aus, als hätten sie vergessen ihr Fahrgestell einzuziehen. (Soweit sind wir schon, dass wir unsere Metaphern für die Natur aus der Technik beziehen). Auch dir liebe Grüße, Joachim.

      Gefällt 2 Personen

      Verfasst von Joachim Schlichting | 14. September 2021, 10:46

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Photoarchiv

%d Bloggern gefällt das: